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Montag, 1. September 2014

Übern Tellerrand: Zuckersüße Schultütenkekse von Dynamite Cakes

Hallo liebe Sugarprincess-Leser,

ich bin Franzi von Dynamite Cakes und freue mich ganz dolle, dass ich Yushka und Euch heute besuchen darf. Vielen Dank, Yushka, für deine Einladung.
Ich habe Euch auch eine Kleinigkeit mitgebracht: Kekse. Eigentlich ist es eine Anleitung zum Kekse dekorieren. Aber das Beste daran ist, Ihr braucht keine besonderen Hilfsmittel dazu außer farbigen Fondant und Dinge, die Ihr sowieso schon zu Hause habt. Versprochen. Glaubt mir, Ihr habt alles da um ganz individuelle Kekse oder auch Torten zu gestalten. Es bedarf keinerlei besondere Ausstecher oder Formen.


Es ist Anfang September, und dies ist traditionell Einschulungszeit - daher wählte ich als Motiv die Zuckertüte. Oder sagt Ihr Schultüte? Wie heißen bei Euch die Tüten voller Leckereien, die den Schulstart versüßen?  
Könnt Ihr Euch an Euren ersten Schultag erinnern? Ich wurde genau vor 30 Jahren eingeschult – am 01. September 1984 war mein erster Schultag. Ein sonniger schöner Tag mit der ganzen Familie. Wow, ist das lange her, und mir ist als ob das grad erst gewesen ist.
Ok, zurück zu meiner versprochenen Anleitung, bevor ich noch sentimentaler werde.

Ihr benötigt fertig gebackene ausgekühlte Kekse. Nehmt einfach Euer Lieblingsrezept dafür, oder wenn Ihr mögt, könnt Ihr gerne auch mein Rezept für Butterkekse ausprobieren. Weiterhin benötigt Ihr:
-      den Ausstecher, den Ihr für die Kekse benutzt habt
-      verschieden farbiges Fondant
-      Ausrollstab
-      Cutter bzw. Messer
-      Stift und ein Blatt Papier
-      Zuckerperlen
-      Pinsel und etwas Marmelade (oder Wasser)



1. Auf dem Blatt Papier zeichnet Ihr mit dem Stift die Umrandung des Ausstechers nach. Nun habt Ihr eine Vorlage der Größe Eurer Kekse entsprechend.
2. Innerhalb der Umrandung zeichnet Ihr Euer Motiv, hier: eine Schultüte. Die Verzierungen müssen nicht perfekt sein. Wichtig sind nur die äußeren Ränder.
3. Das Blatt Papier steckt Ihr in eine durchsichtige Hülle.
4. Rollt das Fondant so groß aus, dass Ihr mit dem Ausstecher, den Ihr für die Kekse benutzt habt, die Form ausstechen könnt. In meinem Beispiel ist es ein Kreis.
5. Diese ausgestochene Form wird auf der Unterseite mit Wasser oder Marmelade (ich nehme gerne Pfirsichmarmelade) bepinselt und mit der Marmeladenseite sanft auf den Keks gedrückt.


6. Für den Körper der Zuckertüte rollt anderes farbiges Fondant aus, hier: blau. Schneidet mit dem Cutter bzw. Messer eine Seite gerade ab, legt es mit der glatten Kante genau an eine glatte Seite des Motivs und wenn ihr es leicht anhebt, seht Ihr darunter, wo genau Ihr den zweiten Schnitt machen müsst.
7. So macht Ihr das auch mit der dritten Seite der Zuckertüte. Es muss nicht perfekt sein. Die Vorlage dient uns lediglich zur Größen-Orientierung.


8. Rollt etwas einer dritten Farbe Fondant aus, hier: orange. Dieses brauchen wir für das Zugebundene auf der Zuckertüte.
9. Ihr schneidet zwei Seiten ganz gerade ab, so dass ein rechter Winkel entsteht. Das Fondant wird mit dem rechten Winkel genau an eine Ecke der glatten Seite des Motivs angelegt.
10. Da man durch das Fondant nicht durchsehen kann, wir aber die zwei glatten Seiten haben, können wir nun auch die zwei andere Seiten abschneiden, so dass ein Viereck genau in der von uns benötigten Größe übrig bleibt.
11. Aus diesem Stück Fondant schneiden wir nun das obere Stück der Zuckertüte aus. Wer möchte kann sich das vorher mit einem Zahnstocher o.ä. eindrücken.



12. Beide Teile der Zuckertüte auf der Rückseite mit Marmelade einpinseln und auf den mit Fondant belegten Keks richtig zusammengefügt kleben.
13. Für die Schleife etwas vom gleichen farbigen Fondant zu einer Wurst rollen. Besser gesagt, zu einem sehr dünnen Faden rollen.
14. Wenn es die gewünschte Dicke hat, ein Stück abschneiden und auf den schmalen Bereich des oberen Teils der Zuckertüte kleben.
15. Zwei weitere dünne Stücke vom Fondantfaden abschneiden und jeweils zu einer Schlaufe biegen. Beide Schlaufen einfach auf den Fondantfaden an der Zuckertüte drücken. Das Fondant ist noch weich, und es reicht hierbei aus, wenn die Schlaufen leicht angedrückt werden. Das klebt dann von allein.
16. Zwei weitere kleine Stück Fondantfaden abschneiden und direkt unterhalb der Schlaufen befestigen, so dass es wie eine Schleife aussieht.
17. Den Körper der Zuckertüte mit Zuckerperlen oder anderen Zuckerformen dekorieren. Fertig.

Mit dieser Puzzle-Methode sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es lassen sich unabhängig von Ausstechern und fertigen Formen ganz schnell individuelle Motive gestalten. Man sollte nur aufpassen, dass das Originalmotiv nicht zu kompliziert ist. Dann kann es schnell zu einem Puzzle mit 1.000 Teilen werden.



Ihr lieben Sugarprincess-Leser, es hat mir Spaß gemacht, mit Euch zu basteln, und ich hoffe, Euch hat es auch gefallen. Yushka, danke für den leckeren Kaffee. War schön bei dir.

Eure Franzi

***

Liebe Franzi, herzlichen Danke für deinen tollen Besuch! Ich bin hin und weg von deinen herzigen Zuckertütenkekslein und bedaure es schon, dass ich dieses Jahr keine Gelegenheit habe, welche zu backen. Aber in zwei Jahren wird mein Jüngster dann sechs Jahre alt... da könnte es klappen!

Liebe Leserinnen und Leser! Ihr seht ja, dass Franzi weiß, wovon sie redet. 
Auf Dynamite Cakes findet ihr viel Süßes - darunter auch ihre wunderbare Kirschsuppe oder ihre himmlische Beerentarte mit Vanille-Joghurt-Schmand, aber auch herzhafte Produktionen, zum Beispiel diese tolle Karotten-Lasagne. Sie rezensiert gerne und hat sogar eine Gastabteilung zum Thema Rock'n'Roll!
Ich bin sehr gespannt, was Franzi noch so alles mit uns teilen wird und schicke euch nun ganz gemütlich rüber zum Schnuppern bei ihr zu Dynamite Cakes - euch allen ein super Wochenende - vielleicht ist ja tatsächlich jemand unter euch, der gerade eine Einschulung vorbereitet und die Kekse spontan noch ins Konzept einarbeitet?! Franzi und ich freuen uns, wenn ihr uns davon berichtet!!!

Süße Grüße - besonders an dich, liebe Franzi, 
Eure Yushka

Samstag, 30. August 2014

Die weiße Stadt Putbus - Abschied von Rügen

Klassizistisches Gebäude am Circus in Putbus

Das beschauliche Rosenstädtchen Putbus auf Rügen ist eine einzigartige Perle der klassizistischen Architektur und daher unbedingt einen Besuch wert.
Im Jahr 1810 ließ Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus seinen Heimatort so umbauen, dass alle Gebäude zu seinem großzügigen Schloss und dem riesigen Schlosspark passten. Die weißen klassizistischen Gebäude mit den wunderbaren Rosenstöcken davor stehen heute unter Denkmalschutz - das Ensemble ist wegen seiner Geschlossenheit eins der bedeutendsten in ganz Europa.
Der Mittelpunkt der Anlage, das Schloss des Fürsten, wurde in den sechziger Jahren abgerissen.
Nur noch die Reste der Seeterrasse des Schlosses sind heute zu sehen - das Ganze umgeben von einer grandiosen Parkanlage, in der sich auch ein sehr großzügiges und naturbelassenes Wildgehege befindet.
Ein Nachkomme dieses Fürsten, Malte zu Putbus, geriet nach kurzer Zeit des Einvernehmens in einen Konflikt mit den Nationalsozialisten, die ihn unter Druck setzten, sein Land zwischen Mukran und Binz abzugeben, damit dort das "KdF Seebad Prora" errichtet werden konnte, ein gigantisches Naziprojekt, in dem 20000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen sollten. Proras kolossale Ruinen verschandeln heute noch grau und brutalistisch die Gegend, obgleich man heute auf Rügen versucht, daraus Nutzen zu ziehen, indem man die Blöcke zu teuren Immobilien umbauen lässt. Auch das NVA-Museum und die Jugendherberge finden sich dort. Zu DDR-Zeiten war der Koloss von Prora militärisches Sperrgebiet.
Malte zu Putbus jedenfalls war nicht so folgsam, wie die Herren Nationalsozialisten sich das vorstellten und wurde kurzerhand inhaftiert, nachdem er mehrfach scharfe Kritik am System geäussert hatte. Führende Offiziere des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus gehörten zu seinen Freunden und gingen in seinem Jagdschloss ein und aus. Malte starb am 10. Februar 1945 im KZ Sachsenhausen unter dubiosen Umständen - es ist davon auszugehen, dass er ermordet wurde.

Vorderansicht des Schloss Putbus Mitte des 19. Jahrhunderts, Sammlung Duncker; Quelle: wikipedia
Im Vorbeifahren fotografiere ich eine Perle nach der anderen am Circus von Putbus
Rosenstöcke schmücken die weißen Prachtbauten in Putbus
Das Theater der Stadt Putbus - auch ein Teil des Ensembles
Die Schlosskirche im klassizistischen Stil




Das Wildgehege war besonderer Anziehungspunkt für unsere Kinder. Lange standen sie davor und zählten die Enden der Hirschgeweihe. Der Fünfzehnender war das Alpha-Tier, beschlossen sie. Der jüngere Zehnender hatte sich bei der Fütterung durch Besucher des Parks hinten anzustellen.






Nach einer Runde durch den Park mit einer kunsthistorisch schwer begeisterten, dozierenden Mutter, kamen die Kinder und der Ritter etwas erschöpft am Puppenmuseum an. Dort fiel ihnen gleich der Sinnspruch der Pappkellnerin ins Auge:


Um aber die Runde vom Marktplatz bis zum Circus zu vervollständigen, mussten die erprobten Wanderer weiter laufen - durch die Baumalleen des Parks bis zum Circus und von dort aus durch die denkmalgeschützten Bauten wieder zurück zum Theaterplatz. Eine streunende Katze wurde dabei ausgiebig gestreichelt und mit warmen Worten versorgt.






Dorothea, die tapfere Wanderin, hatte am Ende dieser Tour noch die Geduld, Rosenblätter zu sammeln: Für dich, Mami! 
Voller Eindrücke verliessen wir die Rosenstadt in Richtung des Fischerdorfes Lauterbach, um dort auf dem Räucherschiff Berta ein letztes Mal für dieses Mal leckere Fischbrötchen zu geniessen. 

Räucherschiff Berta
Kutter im Hafen des Fischerdorfs Lauterbach

Rügen, du hast uns einmal mehr bezaubert und glücklich gemacht. Vielen Dank für die Vielfalt und die Schönheit deiner Landschaften. Wir kommen sicher wieder! Auf Wiedersehen!

Donnerstag, 28. August 2014

Lohme und die Buchenwälder im Nationalpark Jasmund - Urlaub auf Rügen am fünften Tag.


Das Dörfchen Lohme, ein kleiner Ort an der Grenze zum Nationapark Jasmund, soll heute unser Ziel sein. Am Steinstrand wollen wir mit den Kindern besonders schöne Steine finden. Vielleicht einen besonderen Flint? Einen Hühnergott? Einen Bernstein? 
Der Abstieg hinunter zum Lohmer Hafen verzaubert uns bereits mit einem weiten Blick übers Meer bis nach Kap Arkona. Eine Reihe von Stufen führt uns vom Dorf hinunter am Café Niedlich vorbei bis zu den hölzernen Planken des kleinen Hafens. Stille. 





Am Steinstrand angekommen empfängt uns der imposante Schwanstein - der fünftgrößte Findling Rügens, den eine schreckliche Geschichte begleitet. Wir halten Andacht für die drei verlorenen Jungen und suchen nach interessanten Steinen. Dorothea findet Kreide. Clara findet Kreide. Alle finden nun Kreide - große und kleine Stücke. Wir sind an den Kreidefelsen angelangt. Unverkennbar. Die Suche nach dem nächsten Geocache führt uns schließlich einige Stufen am Steinstrand hinauf in die Kreidewand und damit unversehens in den Nationalpark Jasmund. Begeistert folgen wir dem Weg immer höher hinauf in den einmalig märchenhaften Buchenwald, der inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.




Lange Zeit wandern wir so durch den verwunschenen Wald. Immer wieder tun sich schwindelerregende Abgründe auf, Baumstämme liegen über dem Weg und mitten im Wald plätschert ein silbernes Quellbächlein lieblich zwischen den riesigen Findlingen, die im Waldboden festsitzen. 
Wir wandern bis zu dem ausgezeichnet schönen Ausblick Stubbenhörn, an dem ein Geocache versteckt ist. Nach dem Fund machen wir Rast, um Kraft für den Rückweg zu tanken. 
Wir schaffen es heute nicht mehr, noch weiter bis hinauf zum Königsstuhl zu wandern - unsere jüngsten Wanderer sind zwar sehr tapfer, aber wir wollen ihre Geduld nicht bis zum Letzten ausreizen. Insgesamt werden wir vier Stunden unterwegs gewesen sein. Eine fantastische Wanderung, die sicher keiner von uns jemals vergessen wird.





Mittwoch, 27. August 2014

Feine Dame ganz in Weiß - Seebrücke Ostseebad Sellin - Urlaub auf Rügen: Der vierte Tag.



Bei strahlendem Sonnenschein besuchen wir das Seebad Sellin und die berühmte Seebrücke, die 1906 ursprünglich als Landungsbrücke für Ostseedampfer gebaut wurde und nach einer stürmischen Vergangenheit seit 1998 wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt erstrahlt - der Inbegriff der filigranen Bäderarchitektur der Ostseeküste. Wir wandern die 394 Meter hinaus bis aufs Meer zur Tauchgondel und lassen uns den starken Wind um die Nase wehen.


Auf dem Rückweg geniessen wir ein Eis im Restaurant der Brücke - man kann dort so wunderbar in der Sonne baden und dabei das Treiben am Strand beobachten. Das Eis ist sehr gut, die Bedienung nicht ganz so zuvorkommend, wie sie sein sollte, aber da wir ja Urlaub haben, sehen wir es gelassen.






Beim anschliessenden Bummel durch die Hauptstrasse von Sellin, in der sich ein Café und ein Lädchen ans andere reiht, ergattern wir eine Reihe Souvenirs. Ich kaufe ein besonders schönes Leintuch für die Küche, das sich sicher schön als Hintergrund für jedes Fischgericht machen wird. Sophie kauft eine Eulenkette und die Kleinen suchen sich Postkarten aus. 
Ein Schlenker noch über den Spielplatz mit der Riesenqualle, einem Klettergerüst, das die Kinder besonders begeistert - dann geht es wieder zurück Richtung Glowe, denn wir wollen schliesslich doch noch einmal richtig an unseren Strand.
Die Ruinen von Prora besichtigen wir nur im Vorbeifahren und auch den Sassnitzer Hafen lassen wir für heute unbesucht. Die Tage sind zu kurz und alle bedauern, dass wir nicht länger bleiben können.





Ausklang. Es ist sonnig und sehr windig am Glower Strand. Sophie und Clara trauen sich ins Wasser und sind nachher froh, in der Merle noch ins Pool und in die Sauna gehen zu können, um sich so richtig aufzuwärmen. Dorotheas Drachen macht sich plötzlich selbständig und fliegt alleine über den halben Strand, bis wir ihn wieder einfangen können. 
Das sind die wahren Aufregungen eines Tages an der Ostsee.
In der Villa Merle angekommen bereite ich eine einfach Kartoffelsuppe zu. Suppengemüse, Kartoffeln, Salz und Pfeffer, Muskat. Wienerlen.
Die Kinder sprechen über Ebola, eine Bärin namens Clara, über artgerechte Hühnerhaltung und über doppelten Eidotter. 
Ich gehe in die Sauna.

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