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Sonntag, 20. Juli 2014

Johannisbeer-Streusel-Brownies


Im Garten hängen die Marillen - weit oben und noch nicht ganz reif. Aber unsere Himbeeren leuchten genau in Höhe der kleineren Kinder. Glücklich flitzen sie ins Beet und zupfen die Beerchen ab. Vom Strauch direkt in den Mund, noch warm von der Sonne. Sie beobachten, wie die Tomaten dicker und dicker werden. Die Kirschen sind längst abgeerntet - Kinder und Vögelchen haben sie genossen. Meine vielen kleinen Säulenobstbäumchen gedeihen prächtig - im nächsten Jahr sollten sie das erste Mal tragen. Nachts, wenn es etwas abgekühlt hat, fahren die Bauern mit ihren riesigen Erntemaschinen übers Land. Es wird schon Heu gemacht.
Die letzten Schulwochen vor den ersehnten großen Ferien sind atemlos gefüllt mit Schulausflügen, der Studienreise nach Sorrent, der Konfifahrt nach Sulz am Eck. Und immer wieder Besuche in der Klinik. Wir bringen jedes Mal etwas mit: Frische, hausgemachte Pide, Puf Böregi und Tomatensalat, Melone oder saftiges Obst aus dem Garten oder auch Gebäck: Muffins, Zimtschnecken, Kuchen oder eben Brownies.
Diese Beerenbrownies erfüllen jeglichen Kinderwunsch: Schokoladig, streuselig süß, säuerlich fuchtig.



Johannisbeer-Streusel-Brownies

Zutaten (für eine quadratische 24er Form oder ersatzweise eine 26er Springform):

Für den Teig: 
125 g Butter
150 g Zartbitterschokolade
2 Eier
125 g brauner Zucker (ersatzweise weißer)
1 Prise Salz
100 g Mehl
25 g Backkakao
1/2 TL Backpulver (ich bevorzuge Weinstein)

Für die Johannisbeerstreusel:
150 g Johannisbeeren
120 g Mehl
50 g Zucker
80 g Butter

Für die Dekoration: 
eine Hand voll Johannisbeerrispen


Zubereitung: 
Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Form fetten und bemehlen.

Ohne Thermomix:
Die Schokolade in Stücke brechen und mit der Butter in einem Topf bei schwacher Hitze schmelzen lassen.
Die Eier mit dem Zucker und der Prise Salz schaumig schlagen.
Die Butterschokolade vom Feuer ziehen und hineingeben. Alles gut verrühren.
Das Mehl, den Backkakao und das Backpulver in einer separaten Schüssel gut vermischen, dann rasch unter die Schokoladenmasse rühren. In die Form geben und glatt streichen.
Für die Streusel Mehl, Butter und Zucker krümelig verkneten. Die von den Rispen gestreiften Beeren vorsichtig darunter mischen.
Die Streusel auf dem Schokoteig verteilen.
Die Brownies im heißen Ofen etwa 20 Minuten backen. Nicht zu lange backern! Bei der Stäbchenprobe dürfen noch feuchte Krümel am Holz haften, sonst werden die Brownies zu trocken.

Mit Thermomix:
Die Zutaten für die Streusel bis auf die Johannisbeeren in den Mixtopf geben. 30 bis 40 Sekunden auf Stufe 4 bis 5 verkneten lassen. Ausfüllen und etwas mit den Fingern nacharbeiten. Die Johannisbeeren vorsichtig unterheben. Beiseite stellen.
Die in Stücke gebrochene Schokolade 20 Sekunden auf Stufe 8 hacken. Butter hinzufügen und alles etwa 3 Minuten bei 50 Grad auf Stufe 2 schmelzen lassen. Sollten noch Stücke zu sehen sein, einfach etwas länger schmelzen lassen.
Eier und Zucker hinzugeben und alles 1 Minute auf Stufe 5 verschlagen.
Mehl, Kakao und Backpulver auf die Schokomasse geben und maximal 30 Sekunden auf Stufe 4 bis 5 unterziehen. Etwas mit dem Spatel nacharbeiten.
Teig in die Form geben, glatt streichen. Die Streusel auf dem Teig verteilen.
Brownies im heißen Ofen etwa 20 Minuten backen, bis die Streusel leicht bräunen. Bei der Stäbchenprobe dürfen noch feuchte Krümel am Holz haften bleiben!


Brownies in der Form erkalten lassen. Dann in gleichmässig große Quadrate oder Rechtecke schneiden. Zum Servieren auf jedes Stück ein bis zwei Rispen legen. 


Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und gutes Gelingen!
Eure Yushka


Inspiration: Lecker Bakery Special 2014

Freitag, 18. Juli 2014

Übern Tellerrand: "Kölsche Tapas" von Löffelgenuss - Heimat, Heimat!


Liebe Yushka,
Liebe Sugarprincess-Leserinnen und -Leser,

Sugarprincess? Das hat mich vom Wort her erst mal gar nicht interessiert. Ihr müsst wissen (bitte nicht schlagen!), dass ich so überhaupt gar nicht auf Süßes stehe: Ich mag lieber Currywurst statt Kuchen, eine kalte Gazpacho statt Eis, Butterbrot statt Weingummi. Zum Glück habe ich aber schnell entdeckt, dass es bei Sugarprincess auch ganz köstliche herzhafte Dinge gibt (und habe gehörigen Respekt vor ihr, wie sie das mit dem Bloggen in ihrem Alltag noch schafft!). 
Außerdem haben Yushka und ich eine Menge Gemeinsamkeiten: Wie Yushka empfinde ich Kochen als Meditation, ich bin auch Ottolenghi-Fan, habe ebenfalls ein Jahr als Au-Pair in den USA verbracht und nicht zuletzt: Ich wohne in Yushkas alter Heimat Köln. Daher habe ich mich auch entschieden, euch ein paar Ideen für „Kölsche Tapas“ mitzubringen.

Noch kurz zur mir: Ich heiße Julia und ich blogge seit eineinhalb Jahren in meiner Freizeit auf www.loeffelgenuss.de. Dort veröffentliche ich alle leckeren Rezepte, dir mir so begegnen und die ich gerne mit anderen teilen möchte (ihr vermutet es schon: bei Löffelgenuss gibt’s nur Herzhaftes...). 
Vor allem mediterrane und asiatische Gerichte haben es mir im Moment angetan. Ich schreibe kleine Geschichten zu den Rezepten, die davon erzählen, wann und wo ich sie entdeckt habe. Die größte und schönste Herausforderung ist es, die Gerichte hübsch und appetitlich in Szene zu setzen und zu fotografieren. Das habe ich mir in den letzten Monaten selbst beigebracht und es macht mir am Bloggen genauso viel Spaß wie der Austausch mit anderen Foodbloggern und mit euch Leserinnen und Lesern :-)

So, jetzt aber zum Rezept, das ich euch mitgebracht habe: Links seht ihr „FC-Spießjer“, in der Mitte „Düvels-Levverwoosch“ und rechts vorne „Höhner am Spießje“. Eine kleine Erläuterung für die Nicht-Rheinländer? 

Spießjer heißt Spieße. Der FC ist DER kölsche Fußballclub, der – yeeeeaaaah – ab nächster Saison auch wieder in der 1. Liga spielt. 
Düvel heißt Teufel. Nicht ganz unwichtig zu wissen in einer katholischen Stadt wie Köln. ;-) Levverwoosch kennt ihr auch all: Leberwurst.
Die „Höhner“ sind eine kölsche Musikgruppe, die wahrscheinlich auch der ein oder andere von euch kennt (z.B. „Viva Colonia“?). Wenn nicht, dann hört mal hier rein: https://www.youtube.com/watch?v=h69NIIXkxPM. Die Rezepte stammen aus dem Buch „Kölsche Tapas“, das der Frontsänger der Höhner (Henning Krautmacher) geschrieben hat.

Düvels-Levverwooscht
220g feine Leberwurst
1 rote Paprika, sehr fein gewürfelt
1 Zwiebel, sehr fein gewürfelt
1 Eigelb, von ganz frischen Bio-Eiern (!)
Rosenpaprika
etwas Schnittlauch, fein gehackt
etwas Petersilie, fein gehackt

Paprika, Zwiebel, Eigelb und die Leberwurst gut vermischen und, je nach Geschmack, mit Rosenpaprika, Schnittlauch und Petersilie abschmecken. Mit kräftigem Brot servieren.

FC-Spießjer
ein Stück Rauchfleisch
ein Stück Ziegenkäse 
kleine Spieße

Das Fleisch und den Ziegenkäse in etwa 1cm dicke Quadrate schneiden und abwechselnd auf kleine Spieße ziehen.

Höhner am Spießje
1 Hähnchenbrust, in Streifen geschnitten
1 rote Paprika, in mittelgroße Stücke geschnitten
1 gelbe Paprika, in mittelgroße Stücke geschnitten
1 grüne Paprika, in mittelgroße Stücke geschnitten
Butterschmalz
Currypulver
Paprikapulver
Salz, Pfeffer
kleine Spieße

Die Hähnchenbruststreifen wellenförmig und im Wechsel mit den farbigen Paprikastücken aufspießen. Von allen Seiten mit Curry, Paprika, Salz und Pfeffer würzen.

Die Spieße bei mittlerer Hitze im Butterschmalz goldbraun braten.


Falls ihr Spaß an weiteren „Kölsche Tapas“-Ideen habt, könnt ihr mich gerne ansprechen. Loss et üch schmecke!
Eure Julia

***

Liebe Julia, herzlichen Dank für die Mitbringsel aus meiner Heimat! Ich hab' oft Sehnsucht nach meiner Geburtsstadt - sie ist so fröhlich, so voller Leben und so rheinländisch offenherzig: Kultur, Kino, Kunst, Kirchen, Kölsch. Kölle. 

Liebe Leserinnen und Leser, bei Julia findet ihr wirklich nichts Süßes! Oder doch? Sie hat tatsächlich ein einziges süßes Rezept auf dem Blog versteckt - ich hab es aber zielsicher gleich aufgestöbert. 
Es sind ihre himmlischen Mango-Cashewnuss-Kugeln, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet! 
Aber auch die außergewöhnlichen Rezepte Schug und Zurek sind sehr spannend und überdies wie auch alle anderen Gerichte sehr ansprechend fotografiert! 
Viele, viele herzhafte Rezepte kann man beim Stöbern auf Löffelgenuss entdecken - über ihre Rezepte-Seite gelangt man auf ihre verschiedenen Sammlungen - Salat und Suppen, Pasta, Reis und Co, Snacks, Beilagen und Dips, One-Pots und Aufläufe, Fisch und Fleisch, Vegetarisches und Länderküchen. 
Also, auf in die schönste Stadt des Rheinlands und Löffelgenuss durchstöbern gehen! Kölle Alaaf!
Ich wünsche euch allen ein sonniges Wochenende mit herzhaften Speisen in süßer Gesellschaft!
Eure Yushka

Dienstag, 15. Juli 2014

Griechische Hefebällchen mit Honigsirup, Walnüssen und Zimt - Loukoumades!


Hefeteig - mein Liebling. Hefe lebt, Hefe ist eigensinnig, liebebedürftig, manches Mal zickig, Hefe braucht gutes Zureden und angenehme Wärme. Ich öffne täglich eins dieser wohl riechenden Päckchen, in dem die kleinen frechen Hefebakterien auf ihren großen Auftritt warten.
Unser tägliches Brot mit fünf Gramm Hefe. Und Hefegebäck aller Arten, jeglicher Konsistenz, in verschiedenster Form. Ich betrachte die Hefe als meine Freundin - sie hilft mir, feinste flaumige, oh so köstliche Backwaren herzustellen. Und wenn meine Kinder eins gelernt haben, dann ist es der Respekt vor diesem lebendigen, kostbaren Teig. Sie lieben Hefeteig ebenso wie ich und wissen schon genau, wie man damit umgehen muss. So konnte ich nicht anders - ich musste an Stefanies schönem Event Und täglich grüßt der Hefeteig teilnehmen - auf den allerletzten Drücker natürlich - es ist hier einfach viel zu viel zu tun im Moment!


So habe ich heute morgen einfach alles stehen und liegen gelassen und mich nur diesem wunderbaren Hefegebäck gewidmet, das so typisch für Griechenland ist: Loukoumades. Es sind frittierte Bällchen aus Hefeteig, die in Honig-Zitronen-Sirup getränkt werden und dann mit Walnüssen, Sesam oder Pistazien und einem Hauch Zimt bestreut möglichst noch lauwarm serviert werden. Einfach himmlisch! Mein Kinder waren hin und weg und haben sich um die köstlichen Bällchen gerissen. Eins davon wollte einfach nicht rund werden - es wurde ein kleiner Pinguin daraus, der dann besonders geliebt und am Ende des Tages doch noch aufgegessen wurde.


Loukoumades - Griechische Hefebällchen mit Sirup und Walnüssen

Zutaten
Für den Hefeteig:
20 g Hefe
250 g Wasser oder Milch, nach Belieben
300 g Mehl (Type 405)
eine Prise Salz
1 TL Zucker
eine Messerspitze Zimtpulver

Fürs Frittieren: 
1 Liter Öl (ich habe neutrales Sonnenblumenöl genommen)
ein hoher Topf
Schaumkelle
Küchenpapier und Teller zum Abtropfen

Für den Sirup: 
6 EL Honig
6 EL Zucker
6 EL Wasser
Saft einer halben Zitrone

Zum Bestreuen: 
gehackte Pistazien oder
gehackte Walnüsse oder
Sesamkörner

Zubereitung: 
Aus den Zutaten wie gewohnt einen Hefeteig bereiten. Dazu die Hefe mit dem Zucker in 250 g warmem Wasser (oder halb Wasser, halb Milch) auflösen. Im Thermomix geht das bei 37 Grad auf Stufe 1 in 2 1/2 Minuten.
Das mit der Prise Salz und dem Zimt vermischte Mehl hinzugeben und aus den Zutaten einen glatten, weichen, stark klebenden Teig rühren. Im Thermomix 3 Minuten auf Teigstufe verkneten lassen.

Den Teig nun 45 bis 60 Minuten abgedeckt und kuschlig warm in einer geölten Schüssel gehen lassen (zum Entnehmen aus dem Thermomix die Hände einölen). Sobald er Bläschen schlägt, ist er fertig fürs Frittieren.

In der Zwischenzeit den Sirup zubereiten: Alle Zutaten bis auf den Zitronensaft in einen kleinen Topf geben und köcheln, bis ein dünnflüssiger Sirup entstanden ist. Etwas abkühlen lassen, dann den Saft der Zitrone hinzufügen.

Das Öl in einem hohen Topf erhitzen, bis ein hinein gehaltener Holzlöffel Bläschen verursacht. Den fertigen Teig noch einmal durchrühren. Dann mit zwei immer wieder in kaltes Wasser getauchten Teelöffeln kleine Bällchen abstechen und sanft ins siedende Öl gleiten lassen. Vorsicht vor Spritzern!
Die Bällchen goldbraun frittieren und mit einer Schaumkelle herausheben. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit dem Sirup übergießen oder für fünf Minuten darin baden lassen.

Die getränkten Bällchen mit gehackten Walnüssen, Pistazien oder Sesam und am besten noch warm servieren. Eine Tasse griechischer Mokka und ein Glas Wasser dazu - himmlisch!

Kali Orexi!



Wochenplan für eine völlig entspannte Woche - und wieder lauter türkische Gerichte, weil es so gut war...


Meine Tage haben zu wenig Stunden. Trotzdem möchte ich nicht hetzen, sondern das Leben mit den Kindern und Wolf auskosten - jede Minute zählt. Ich bemerke, wie die Zeit unabänderlich und stetig verrinnt. Sie sind noch so klein, aber gleich morgen sind sie schon groß!
Und ich möchte mich nicht langweilen. Nichts ist schlimmer für mich, als die ständige Wiederholung des Immergleichen. Deswegen koche ich fast jeden Tag etwas Neues und für mich und die Familie Spannendes. Etwas, das wir noch nie gegessen haben.
Meine Familie macht diese kulinarische Reise inzwischen stoisch mit. Sie werden immer aufgeschlossener Neuem gegenüber. Es ist schön, das zu beobachten. Ab und zu koche ich dann doch etwas Bekanntes. Oder Wolfgang kocht etwas. Oder eins der größeren Kinder. Fürs kranke Kind backen wir süße, tröstende Mitbringsel - Aprikosenkuchen mit Nußhaube, Zimtschnecken, Brownies, Muffins, Puddingteilchen. Ein schmales Händchen, das freudig nach dem Gebäck greift. Schmal. Zart. Fast durchscheinend.

Und weil die vergangene türkische Woche so interessant und bereichernd war, haben wir beschlossen, in die Verlängerung zu gehen. Zwar sind noch bei weitem nicht alle Rezepte der vergangenen Woche auf Sugarprincess angekommen, aber gekocht und gegessen sind sie sehr wohl - und sie waren alle sehr lecker! Und jetzt geht es weiter - die besten Rezepte kommen wie immer nach und nach auf den Blog, sofern sie gelingen und die Fotos halbwegs annehmbar aussehen.

Türkische Woche - die Verlängerung

Hackfleischtäschchen - Puf Böregi

Suppe der Braut Ezo - Ezo Gelin Çorbası

Auberginen mit Hackfleischfüllung - Karnıyarık

Schafskäse-Pizza mit Tomatensalat - Beyaz Peynirli Pide, Domates Salatasi

Rote Linsen Suppe - Mercimek Çorbası

Hirtensalat - Çoban Salatası

Hühnereintopf - Sebzeli Tavuk

Sonntag, 13. Juli 2014

Türkische Kräuter-Schafskäsecreme - Haydari für Weltmeister


Für heute Abend brauchen wir alle Nervennahrung, das steht mal fest. Und da passt diese frische, sommerliche, türkische Schafskäsecreme einfach wunderbar - man kann sie zu den Weltmeister-Brötchen oder auch zu den fantastischen ottolenghischen Lauchpuffern servieren. Ein einfaches türkisches Fladenbrot wäre sicher auch nicht verkehrt - am besten selbst gebacken!
Haydari nennen die Türken diesen herrlichen Dip, der mit frischen Kräutern aus dem Garten verfeinert noch zehn Mal so gut ist. Durchgezogen schmeckt er noch besser - es ist also sinnvoll, ihn einige Stunden vor dem Finale zuzubereiten. Außer dem türkischen Schafskäse Beyaz peynir braucht es dazu nur noch etwas Joghurt, Petersilie, Dill und Minze, Knoblauch und Zitrone und zum Verzieren ein paar schwarze Oliven und rote Peperoni.
Und dann kann es losgehen mit dem Abend der Abende - ich bin so gespannt, wer heute Weltmeister werden wird! Was denkt ihr? Wer gewinnt und wie sind eure Tipps?



Türkische Kräuter-Schafskäsecreme - Haydari 

Zutaten: 
700 g Joghurt
200 g Schafskäse (Beyaz peynir)
1/2 Bund glatte Petersilie (etwas Petersilie für die Garnitur zurück behalten)
1/2 Bund Dill
1/2 Bund Minze (oder auch 1 TL getrocknete Minze)
1 bis 2 Knoblauchzehen
1 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl

Für die Garnitur: 
1 bis 2 rote scharfe Peperoni
50 g schwarze Oliven
1 Bio-Zitrone


Zubereitung:

Den Schafskäse zerkrümeln und mit einer Gabel fein zerdrücken. Mit dem Joghurt vermischen.
Die Kräuter waschen, trocken schütteln und fein hacken. Ich mache das im Thermomix in 20 Sekunden auf Stufe 8 - dabei verwende ich auch die Stengel, da die Maschine alles eh so fein zerkleinert, dass es unnötig wäre, sie vorher zu entfernen. Selbstverständlich kann man die Creme auch vollständig im Thermomix zubereiten. Dafür nach dem Zerkleinern der Kräuter alle anderen Zutaten hinzugeben und 30 Sekunden auf Stufe 5 bis 6 verrühren.

Die zerkleinerten Kräuter zur Creme hinzu geben und gut verrühren. Die Knoblauchzehen schälen, etwas kleiner schneiden und durch die Knoblauchpresse drücken. Knoblauch, reichlich Salz und Pfeffer, Zitronensaft und etwas Olivenöl hinzufügen und alles gut verrühren.
Mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.
Nach Belieben noch einmal abschmecken.

Die Peperoni in Ringe schneiden (wer es nicht so scharf mag, sollte die Kerne entfernen), Die Zitrone heiß abwaschen, in Achtel schneiden und die Oliven abtropfen lassen.
Die Creme mit den Peperoniringen, den Oliven und den Zitronenspalten dekorieren und servieren.


Ich wünsche euch einen spannenden Fussballabend und guten Appetit - seht ihr, dass ich die Creme in den Deutschlandfarben angerichtet habe? Fällt mir jetzt erst auf! 'Schland, oh 'Schland!

Freitag, 11. Juli 2014

Übern Tellerrand: Griechische Zitronenpita - Lemonopita von Zitronen und Olivenöl


Als ich Yushkas Einladung in meiner Inbox fand, war ich sehr geschmeichelt und auch ein klein wenig aufgeregt. Ich verfolge Sugarprincess ziemlich regelmäßig und staune über die vielen Kreationen. Sehr gerne lese ich hier übrigens ihre griechischen Rezepte, denn in der Heimat meiner Eltern kennt sich Yushka bestens aus. Und so war es für mich klar, dass ich als Gastgeschenk etwas aus Griechenland mitbringe und habe mich für eine Lemonopita entschieden - eine Zitronenpita. In Griechenland werden nicht nur salzige Filoteig-Rezepte "Pita" genannt. Nein, auch süße Kuchen mit (und manchmal auch ohne) Filo heißen Pita.
Für dieses Rezept habe ich fertigen Filo-Teig verwendet, den es beim Griechen oder Türken zu kaufen gibt. Dieser gekaufte ist viel dünner, als der hausgemachte Filoteig. 
Filo habe ich noch nie selbstgemacht. Irgendwann jedoch werde ich mich daran wagen und ihn selbst ausrollen. Und wenn das passiert, werde ich das gleich auf meinem Blog Zitronen und Olivenöl posten, der jetzt im Juli ein Jahr lang online ist. Mit dieser Einladung hat mir Yushka - ohne es zu ahnen - ein ziemlich schönes Geschenk zum ersten Blog-Geburtstag gemacht.

Lemonopita besteht aus einem einfachen Teig mit Joghurt, Eiern und Öl. Ich nehme sehr gerne Olivenöl, das geht für mich als Griechin immer. Heute habe ich Sonnenblumenöl verwendet, da das milder im Geschmack ist. Ihr könnt auch mischen. Die Basis bildet der zerkleinerte Filoteig. Ich schneide dazu den Filo in Rollen, lockere die Streifen auf und lasse sie kurz antrocknen. Nach dem Backen wird die Lemonopita mit einem Zucker-Sirup getränkt. Deshalb habe ich in meinem Rezept den Zucker im Teig auch ziemlich reduziert. Süßschnäbel können gerne doppelt soviel Zucker nehmen. 

So wird es gemacht:

Zutaten
Für den Teig:
450 g Filo (aufgetaut)
300 g Joghurt 
180 ml Sonnenblumenöl (oder Olivenöl, oder eine Mischung beider)
4 Eier
ein Schuss Limoncello (kann man auch weglassen)
1 EL Vanillezucker 
100 g Zucker
1 Bio-Zitrone
1 halbes Tütchen Backpulver (7g)

Für den Sirup:
250 g Zucker
1 Bio-Zitrone
Wasser

Zunächst eine Springform fetten und mit etwas Mehl ausstreuen. Den Backofen schon mal vorheizen auf 160°.  

Für den Sirup die Zitrone auspressen. Den Saft abmessen und mit Wasser auf 250 ml auffüllen. In einem Topf die Flüssigkeit und den Zucker mit beiden Zitronenhälften zum Kochen bringen und 3 bis 4 Minuten sanft köcheln lassen. Der Sirup muss vollständig erkalten, so lange könnt ihr den Teig vorbereiten.

Den Filoteig aus der Packung nehmen und zusammenrollen. Von der Rolle schmale Scheiben abscheiden, ca. 1-1,5 cm. Mit den Händen reingreifen, auflockern und zur Seite stellen.


Für den Teig die Schale von der zweiten Zitrone abreiben und den Saft auspressen. In einer Schüssel den Joghurt, die Eier, das Öl, den Zucker, den Vanillezucker, die Zitronenschale mit dem Saft sowie dem Backpulver gut mischen und mit einem Schneebesen verrühren. Einen Mixer braucht ihr nicht. Jetzt kommen portionsweise die Filo-Streifen dazu. Sie kleben gerne aneinander, deshalb kräftig rühren, damit sie sich lösen und mit dem Teig vermischen lassen. Den Teig in die vorbereitete Backform füllen und bei 160 ° Umluft ca. 35-40 Minuten backen. Schaut aber nach ca. 25 Minuten nach, denn die Pita wird gerne schnell dunkel und macht mit einem Zahnstocher eine Garprobe. Klebt kein Fitzelchen Teig dran ist die Lemonopita fertig. 



Gleich nach dem Backen wird die heiße Pita mit dem kalten Sirup getränkt. Dafür die Zitronenhälften entfernen und den Sirup langsam und gleichmäßig mit einem Schöpflöffel über die Zitronenpita geben.

Ein paar Stunden durchziehen lassen und genießen. Ich hoffe sehr, dass Yushka das Rezept gefällt - und natürlich auch euch. Während ich das hier schreibe, genieße ich schon mal ein kleines Stück. Sie ist saftig und süß und richtig schön zitronig.

***

Liebe Marina, kαλή όρεξη und herzlichen Dank für dieses schöne griechische Rezept! Meine Familie und ich sind große Verehrer der griechischen Küche und ich koche sehr oft und schon seit Jahrzehnten immer wieder unsere Lieblingsgerichte aus Griechenland, von denen viele ja auch schon hier auf Sugarprincess zu finden sind. Aus diesem Grund bin ich auch immer wieder auf der Suche nach schönen Blogs, die sich mit der griechischen Küche beschäftigen - da bist du mir sofort aufgefallen. 
Ich freue mich besonders, dass ich dir mit diesem Gastbeitrag ein Geschenk zu deinem ersten Bloggeburtstag machen konnte und gratuliere dir herzlich zu einem ersten gelungenen Bloggerjahr.

Liebe Leserinnen und Leser, auf Zitronen und Olivenöl findet ihr eine ganze Reihe wunderbarer griechischer Gerichte - ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu schwärmen. Am besten ist es natürlich, wenn ihr euch jetzt einen schönen griechischen Mokka zubereitet, ein Glas Wasser und ein Stück frisch gebackene Bougatsa dazu und los geht es zum Stöbern bei Marina. Von Halva bis zur Kürbispita mit Schafskäse findet ihr bei Marina die verschiedensten Verführungen der griechischen Küche und auf ihrer To-Do-Liste kann man auch gleich nachschauen, was sie noch alles so für uns zubereiten wird!

Also! Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern auf Zitronen und Olivenöl und ein sommerliches Wochenende mit köstlichem Essen in großer Gesellschaft mit viel Musik, Wein und Gesang, wie es bei den Griechen so üblich ist.

Yushka

Mittwoch, 9. Juli 2014

Lahmacun - Türkische Hackfleischpizza


Im Sommer koche ich sehr gerne so, wie im Süden gekocht wird. Viele griechische Speisen (siehe Rezepte) landen auf unserer langen sommerlichen Tafel, ich bin aber auch offen für alle möglichen anderen Einflüsse. So hatte ich mir nach Sibels Gastposting und ihrem verführerischen Fincan Börek in den Kopf gesetzt, unbedingt mal eine türkische Woche zu machen. Schwierige Tage sind mir dazwischen gekommen, aber so nach und nach arbeite ich mich doch in meinem Wochenplan für die sommerliche türkische Woche voran. Und so ist heute diese türkische Pizza dran, die so pikant und gleichzeitig zitronig schmeckt, dass Wolf gleich verkünden musste: Die kannst du öfter machen, Prinzessin!


Lahmacun - Türkische Hackfleischpizza

Zutaten für vier Portionen

Für den Teig: 
450 g Mehl
250 g Wasser, lauwarm
eine Prise Zucker
1/2 Würfel Hefe
1 TL Salz

Für den Belag: 
4 Frühlingszwiebeln
2 große Tomaten (etwa 300 Gramm) - oder eine Dose bereits abgezogene Tomaten
2 grüne milde oder scharfe Peperoni (ich hab wegen der Kinder milde genommen)
2 Bund glatte Petersilie
250 g zweimal durchgedrehtes Hackfleisch (eigentlich sollte es Lamm sein, ich hab aber Rinderhack genommen)
2 TL Paprikaflocken (Pulbiber)
Salz
schwarzer Pfeffer
1/4 TL gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)
2 EL Olivenöl
2 mittelgroße rote Zwiebeln (etwa 200 Gramm) - hatte ich keine mehr, habe sie also weggelassen; es sieht aber schöner aus, wenn man welche hat.
1 TL Sumach
Zitronenachtel zum Beträufeln
grüner Salat zum Füllen der Rollen


Zubereitung: 

Für den Hefeteig Mehl und Salz vermischt in eine Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken und die im lauwarmen Wasser mit einer Prise Zucker aufgelöste Hefe in die Mulde geben. Mit etwas von dem Mehl zu einem Vorteig verrühren und zugedeckt warm etwa eine Viertelstunde gehen lassen.
Danach alles zu einem geschmeidigen Hefeteig verkneten - das dauert per Hand etwa zehn Minuten.

Thermomix-Zubereitung: 

Für den Hefeteig die Hefe, das Wasser und die Prise Zucker in den Mixtopf geben und alles 2 1/2 Minuten bei 37 Grad auf Stufe 1 verrühren lassen. Mehl und Salz hinzufügen und alles 3 1/2 Minuten auf Teigstufe zu einem geschmeidigen Teig verkneten lassen. Herausnehmen und nochmals kurz per Hand den letzten Schliff geben.

Acht gleiche Kugeln aus dem Teig formen und diese zugedeckt nochmals eine halbe Stunde an einem kuschligen Ort gehen lassen.

Währenddessen die Frühlingszwiebeln klein würfeln, die Tomaten mit kochendem Wasser übergießen und häuten (ich nehme aus Zeitgründen meist Dosentomaten, die bereits abgezogen sind).
Das Fruchtfleisch der Tomaten hacken.
Die Peperoni längs halbieren und die Kerne entfernen. In Streifen schneiden.
Die Petersilie fein hacken.
Das Hackfleisch mit dem Gemüse und den Kräutern, Pulbiber, Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel gut verkneten. Das dauert, macht aber Laune.

Mit dem Thermomix geht das alles wie immer viel einfacher und viel schneller: Erst die Petersilie 10 Sekunden auf Stufe 8 fein hacken, dann alles andere bis auf die Hackfleischmasse geputzt und in groben Stücken dazu geben und 20 bis 30 Sekunden Sekunden Stufe 8 laufen lassen. Hackfleisch hinzugeben und nochmals 20 Sekunden auf Stufe 4 bis 5 laufen lassen. Fertig ist der Belag.

Den Backofen auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Teigkugeln auf etwas Mehl oval und möglichst dünn ausrollen. Die Hackfleischmasse darauf verteilen. Je zwei Fladen auf ein geöltes Blech legen und mit etwas Olivenöl beträufeln.
Nacheinander in etwa 10 bis 15 Minuten golden abbacken.

Die roten Zwiebeln in Ringe schneiden, mit dem Sumach vermischen und nach dem Backen dekorativ auf den Fladen verteilen (ersatzweise Peperoni, Zitronen und Kräutlein aus dem Garten nehmen...).
Die Pizzen werden mit Zitronensaft beträufelt und gerollt mit grünem Salat darin verzehrt. Bei mir waren sie etwas zu hart geworden, aber wir haben sie trotzdem irgendwie gerollt und es hat fantastisch geschmeckt!


Inspiration: Küchen der Welt, GU München 1997
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