Brokkoli Gorgonzola Pie: Yushka kocht Yotam

Dienstag, April 23, 2013



Lange habe ich mich gewundert, was denn das für einer ist - dieser Yotam Ottolenghi. Beim Wundern ist es zunächst auch geblieben. Eine Modeerscheinung, hab ich eigenartig bockig gedacht. Und hab weiterhin unbeirrt typisch griechisch und typisch deutsch gekocht und gebacken.
Aber dann gab es bei Lamiacucina eine hitzige Diskussion um diesen Herrn Ottolenghi und ich hab sie aufmerksam verfolgt.
Erst, als Robert selbst ein Rezept von Yotam nachgekocht hatte, war ich weichgeklopft.
Das habe ich aber auch erst gemerkt, als ich bei meinem wöchentlichen Besuch im Buchladen plötzlich und wie magisch angezogen vor zwei Kochbüchern stand...
Eins hieß Genussvoll vegetarisch und das andere schlicht Jerusalem.
Das eine mit dem berühmt-berüchtigten wattierten und beschichteten Umschlag, das andere in wunderbarem Leineneinband. Verflixt, dachte ich.
Jetzt  haben sie mich...
Hab reingeschaut. Und geblättert. Und gestaunt. War beeindruckt, begeistert, völlig eingesogen von dieser wunderbaren, bunten, opulenten, das Leben zelebrierenden Küche des Herrn Ottolenghi. Was nützt da alle Vernunft: Du brauchst die Bücher doch nicht! Und gleich zwei! Nimm wenigstens nur eins...
Mit diesen zwei kostbaren Büchern bin ich stolz aus dem Buchladen marschiert - in der Absicht, alle Gerichte einmal auszuprobieren!
Und meiner Familie hab ich verkündet, dass wir nun eine kulinarische Reise nach Jerusalem machen werden. Und hab ihnen die Bücher gezeigt und geschwärmt.
Kaum hatte Wolf sich Jerusalem angesehen, war er auch schon infiziert... Ein Foto mit zwei Männern mit Wasserpfeifen hatte es ihm angetan. Und eh man sich versah, saß er auch schon auf dem Balkon, um ein solches Pfeifchen auszuprobieren!




Was ein Kochbuch alles auslösen kann! Jerusalem ist ein wunderbares Kochbuch. Zu jedem Gericht gibt es eine kleine Geschichte und die Fotos sind verführerisch schlicht und opulent zugleich. Aber auch das andere, wattierte, weinrot-violett-undefinierbare Genussvoll vegetarisch hat mein kulinarisches Herz im Sturm erobert.  
Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen und habe jede freie Minute damit verbacht, die Rezepte zu studieren und einen Reiseplan zu entwickeln.
An dieser Reise möchte ich Euch teilhaben lassen, denn jedes einzelne Gericht, das ich bisher gekocht habe, war raffiniert, köstlich und begeisternd anders!
Los geht es mit einer Pie, die im Wesentlichen aus Blätterteig, Brokkoli und Gorgonzola besteht. Den Blätterteig hab ich nach meinem neusten Rezept selber hergestellt... Das wäre auch die einzige Kritik an Ottolenghi, dass er bei so wunderbaren Rezepten auf industriell gefertigten Teig zurückgreift. Mit einem selber gemachten Blätterteig schmecken seine Gerichte sicher unvergleichlich viel besser...

















Brokkoli Gorgonzola Pie

Zutaten:
500g Blätterteig (vorzugsweise hausgemacht)
700g Brokkoliröschen (das ist etwas zu viel - ich hatte einige übrig und habe sie am nächsten Tag zu meinen Safrantagliatelle gereicht)
25g Butter
3 - 4 Stangen Lauch - geputzt und in dünne Ringe geschnitten
150g Sahne
15g Schnittlauch, gehackt
15g Estragon, gehackt
3 EL körniger Senf (ich hatte Dijon Senf und würde beim nächsten Mal nur die Hälfte verwenden - mir war der Geschmack etwas zu dominant)
1 TL Salz
schwarzer Pfeffer
200g Gorgonzola, in Stücken (Y: 100g)
1 Ei, verquirlt



Zubereitung: 

1. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

2. Den Blätterteig so ausrollen, dass man eine Tarteform von 25cm Durchmesser (am besten mit Hebeboden, aber es geht auch eine ganz normale Form - ich hatte nur eine schnöde 22cm Obstbodenform) damit auslegen kann. Den restlichen Teig als Deckel für die Pie ausrollen.

3. Die ausgelegte Pieform und den Piedeckel (man lagert ihn am besten auf einem Springformboden) für zehn Minuten in den Gefrierschrank legen.

4. Den Teig mit Backpapier abdecken und mit Hülsenfrüchten beschwert zum Blindbacken 15 bis 20 Minuten in den Ofen geben, bis der Rand sich hellbraun färbt. Papier und Hülsenfrüchte entfernen und weitere 5 Minuten backen, bis auch der Boden leicht gebräunt ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.

5. Für die Füllung die Brokkoliröschen etwa zwei Minuten blanchieren. Kalt abschrecken und abtropfen lassen.

6. In einer Pfanne die Butter zerlassen und den Lauch 10 bis 15 Minuten darin anbraten, bis er weich ist. Er sollte noch keine Farbe annehmen. Sahne, 80 ml Wasser, Schnittlauch, Estragon, Senf, Salz und etwas schwarzen Pfeffer hinzufügen. Vermischen und vom Herd nehmen.

7. Den Piedeckel spätestens jetzt aus dem Tiefkühler nehmen, damit er wieder etwas weicher wird.

8. Die Lauchmischung auf den vorgebackenen Boden geben (überschüssige Flüssigkeit in der Pfanne lassen, sonst weicht der Teig zu sehr durch), Brokkoliröschen darauf verteilen und die Gorgonzolastückchen dazwischen drapieren. Den Teigrand mit dem verquirlten Ei bestreichen und den Teigdeckel aufsetzen. Ränder gut andrücken.

9. Die Pie mit dem verquirlten Ei abstreichen und etwa 30 Minuten goldbraun backen.
Kurz abkühlen lassen und mit einem einfachen Tomatensalat servieren. Umwerfend.







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  1. Ich musste ein bisschen schmunzeln beim Lesen Deines Berichts. Ich habe zum Geburtstag ebenfalls das Jerusalem-Kochbuch bekommen, und uns ging es ähnlich: Man kann sich allein in den Fotos bereits verlieren, nicht nur in den Food-Aufnahmen, nicht wahr? Ruths gefüllte Paprika sind übrigens ebenfalls ein Knaller (ich habe natürlich vegetarisiert.

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    1. Ja, es ist ein wunderbares Kochbuch, das nicht nur Kochbuch, sondern auch eine Einführung in die kulinarische Kultur der Stadt gibt und Kindheitsgeschichten der beiden Autoren zum Besten gibt. Einfach nur schön! Übrigens kann ich Dir das Genussvoll vegetarisch unbedingt empfehlen!!! Es ist einfach erstklassig und total hypnotisierend fotografiert. LG!

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  2. Klasse sehen Deine Fotos aus, das macht Lust aufs Nachmachen =)

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  3. Oh, das freut mich sehr! Ich habe immer nur sehr, sehr wenig Zeit für die Fotos und meist sind es auch nur wenige. Aber eins muss ich noch loswerden: Mit dem TM kochen geht wesentlich schneller und man braucht nicht so viel Geschirr... ;)

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  4. Oah leeecker sieht das aus! So schön knusprig :)! War bestimmt auch so gut wies aussieht oder?
    Lg verena

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    1. Es war anders als wir es gewöhnt sind. Und zwar wegen des Estragons wahrscheinlich. Senf, Estragon, Gorgonzola. Eine ganz ungewöhnliche Kombination. Und es war knusprig buttrig und knackig gemüsig zugleich. Also auf jeden Fall empfehlenswert! LG!

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  5. Senf & Estragon schmeckt übrigens auch gut in Quark. Man mag ja nicht immer so deftig.

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    1. Als Herr Ottolenghi das Rezept im Guardian veröffentlicht hatte, kam von einem empörten Leser wohl die Kritik, das sei viel zu schwer: Blätterteig, Gorgonzola,Sahne... Oder wie Du sagst: Deftig. Aber durch den Brokkoli und den Lauch und auch durch den Tomatensalat schmeckte die Pie sehr ausgewogen und gar nicht so schwer und deftig, wie man denken könnte. Jedenfalls empfiehlt Yotam diese Pie zu genießen ohne auf die Kalorien zu achten...

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