Fenchel-Huhn mit Orangen und Ouzo: Yushka kocht Yotam VII

Blick aus unserem Hotelzimmer in den Park des Schlosses
Wir sind zurück aus dem Urlaub...  Schon länger, das will ich ja nicht verschweigen... Doch: Ich komme nicht so oft wie vorher dazu, den Blog weiter zu schreiben, weil mein kleiner Jakob krank und zu Hause ist. Und so wie es aussieht, wird das auch noch längere Zeit so bleiben. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier ein anderes Mal erzählen werde, denn die Geschichte vom kleinen Jakob geht unser ganzes Schulsystem an und zeigt, wie schrecklich es fehlschlagen kann...
Unser Urlaub aber, der war wunderbar, und ist einen ganzen eigenen Artikel wert, weil ich euch viele Sehenswürdigkeiten aus dem schönen Rheingau mitgebracht habe. Heute zeige ich euch nur ein paar Impressionen davon und endlich kommt auch das schon nach Tel Aviv versprochene Fenchel-Huhn, das wir an einem Sonntag vor dem Urlaub verspeist haben...

Zimmer mit Rheinblick... 
Madonna im Kloster Eberbach
Dormitorium im Kloster Eberbach: Drehort für den Film Der Name der Rose
Room with a view
Rosenstadt Eltville
Romantische Pforte am Rosengarten in Eltville
Blick in die Weinberge und auf den Rhein von der Abtei St. Hildegard
Abtei St. Hildegard - ein lebendiges Kloster mit Klosterladen
Wolf bei unserem ausgedehnten Frühstück im Schloss Reinhartshausen
Nicht nur das Frühstück haben wir so richtig ausgekostet, sondern wir sind auch jeden Abend zum Essen ausgegangen. Und haben dabei einen berüchtigten Kugelfisch-Meister und seine Kochkunst in dem kleinen Ort Walluf kennen lernen dürfen: Zwei Mal hat er uns in seinem Restaurant Miyagi japanisch und vom Feinsten bekocht - es war sehr exotisch und auch dieser Restaurantbesuch verdient einen eigenen Bericht, denn ich habe mit dem Handy fast alle Gänge der Menues für euch fotografiert. Da waren für uns sehr, sehr merkwürdige Gerichte dabei, die wir dennoch mit großer Neugier gekostet haben...

Nicht ganz so ungewöhnlich, aber einfach wunderbar ist das Fenchel-Huhn des Herrn Ottolenghi aus seinem wunderschönen Kochbuch Jerusalem, das nicht nur Kochbuch, sondern auch Lesebuch und Reisebuch ist.
Der Fenchel ist bei mir beim ersten Mal etwas zu bißfest geraten, so daß ich nach Rücksprache mit den Ottolenghi-Inspired Cooking Housewives (eine überwiegend niederländische Facebook-Formation sehr netter, vornehmlich aus Ottolenghis Büchern kochender Ladies, der ich vor kurzem beigetreten bin) auch gleich die Lösung für butterzarten Fenchel präsentieren kann... 
Außerdem habe ich die Clementinen durch Orangen ersetzt und habe statt Arak Ouzo genommen. Als Beilage empfiehlt Yotam Reis oder Bulgur, also habe ich seinen herrlichen Basmati-Reis mit Orzo (auch aus Jerusalem) gekocht.


Brathähnchen mit Orangen und Ouzo
(original mit Clementinen und Arak)

Zutaten: 
10 cl Arak, Ouzo oder Pernod (ich habe 2 cl Ouzo genommen - schließlich essen bei uns Kinder mit...)
4 EL Olivenöl
3 EL frisch gepresster Orangensaft
3 EL Zitronensaft
2 EL körniger Senf
3 EL brauner Zucker
2 mittelgroße Fenchelknollen (500 g)
1 Freilandhähnchen (etwa 1,3 kg), in 8 Stücke zerteilt oder 1,3 kg Hähnchenkeulen (mit Haut und Knochen)
4 Bio-Clementinen (Orangen geht ebenso gut - ich habe sie nur für die Optik kleiner geschnitten), 400 g und mit Schale in 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten
1 EL Thymianblätter
2 1/2 TL Fenchelsamen, leicht zerstoßen
gehackte glatte Petersilie zum Bestreuen
Salz
Schwarzer Pfeffer

Zubereitung: 
Den Ouzo, das Olivenöl, Orangen- und  Zitronensaft, Senf, 2 1/2 Teelöffel Salz und 1 1/2 Teelöffel Pfeffer in einer Schüssel gründlich verrühren.
Die Fenchelknollen der Länge nach halbieren und die Hälften jeweils in vier Spalten schneiden und mit den Hähnchenteilen, den Orangen, dem Thymian und den Fenchelsamen in die Marinade geben. Die Zutaten sorgfältig vermischt nun einige Stunden oder über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Ich habe alles gleich in meinem Bräter verteilt und es darin ziehen lassen. So mußte ich später nicht noch umschichten...


Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Das Huhn zunächst eine halbe Stunde lang mit Alufolie abgedeckt garen lassen, dann die Folie entfernen und das Ganze weitere 20 bis 30 Minuten offen garen, bis die Hühner schön braun sind und der Fenchel weich ist.


Den Bräter aus dem Ofen nehmen und die Marinade mit einer kleinen Kelle abschöpfen. Den Bräter warm stellen. Die Marinade in einem kleinen Topf aufkochen und bei geringer Hitze um ein Drittel einreduzieren lassen. Zum Schluß sollten noch etwa 80 ml Sauce im Topf sein. 
Das Hähnchen nun mit der Sauce beträufeln, mit gehackter Petersilie bestreuen und mit dem Basmati-Orzo servieren... 




16 Süßigkeiten:

  1. Das Hähnchen ist fein; das habe ich auch schon mal gemacht. Eberbach ist auch nett :-)
    Das Schulsystem ist nicht so fein; da haben wir uns auch schon durchgearbeitet. Bis zur Krankheit ist es glücklicherweise nicht gekommen, aber anstrengend war es schon. Ich drücke Euch die Daumen, dass bald wieder alles halbwegs funktioniert.

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    1. Ja... Das Schulsystem... Eine wahre Katastrophe für uns. Meine großen Drei besuchen erfolgreich das älteste Gymnasium in Heidelberg, da kann ich mich überhaupt nicht beklagen. Aber diese Grundschule hier... hat meinen Jakob so fertig gemacht, dass er gar nichts mehr wollte... Danke fürs Daumendrücken... Wir haben jeden guten Wunsch bitter nötig...

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  2. Herzlichen Dank für die wunderschönen Bilder die einladen für einen Besuch/Urlaub am schönen Rhein.
    Ja und das Huhn sehr sehr köstlich, muss ich probieren, den mit Ouzo oder ähnlich habe ich bei Geflügel noch nicht probiert, nur bei Fisch, da mag ich auch den Anisgeschmack.
    Für Deinen kleinen Jakob alles liebe und Gute.
    Viele Grüße
    Ingrid

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    1. Sehr gerne! Ich freue mich, dass die Reisebilder Lust machen ins Rheingau zu fahren! Ich hab noch viel, viel mehr Bilder gemacht - es ist eigentlich fast ein kleiner kunsthistorischer Führer durch viele sehenswerte Orte, Kirchen und Klöster im Rheingau entstanden. Da muss ich irgendwie doch noch schaffen, einen eigenen Artikel dazu zu basteln!
      Das Huhn hat bei uns nicht besonders stark nach dem Ouzo geschmeckt, aber das Originalrezept sieht ja auch eine weit höhere Menge davon vor...
      Danke für die guten Wünsche für meinen Jackie, liebe Ingrid!

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  3. In einem Schlösschen wie Reinhartshausen mit eigenem Hauswein würde ich auch gerne Ferien machen. Hoffentlich gibt sich das weder mit dem Jakob. Liebe Grüsse.

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    1. Oh ja, der Weinkeller ist berüchtigt und man kann auch Führungen mitmachen... Das Hotel liegt sehr hübsch zwischen Weinbergen und Rhein und wenn man so ein Glück hat wie wir, schaut man direkt auf den Rhein und die vorbei tuckernden Frachtschiffe. Für mich Heimatmelodie, denn ich bin ja ein Kölsches Mädsche...
      Jakob ist in ärztlicher Behandlung und ich habe keine Ahnung, ob er jemals wieder eine normale Schule besuchen wird. Er ist sehr intelligent und hat eine Klasse übersprungen. Die sozialen Schwierigkeiten, die dadurch und durch die Unfähigkeit der Schule entstanden sind, mit diesem Kind umzugehen, haben ihn total verstört und es kam zum Eklat. Jetzt bei mir hat er sich beruhigt, aber sobald von Schule die Rede ist zeigt er immer noch merkwürdiges Verhalten und redet schreckliche Sachen...

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    2. ist es denn die Schule oder die andern Kinder ? die können manchmal auch sehr grausam sein, wenn ein Kind über den Normen liegt.

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  4. Wenn ich das so sehe, weiß ich, dass ich schon viel zu lange nicht mehr in der Region war. Ich liebe Eltville und das Kloster Eberbach. Überhaupt die ganze Region... ♥

    Deinem Jakob alles Gute!!! Von schlechten Grundschulen kann ich mit einem hochbegabten Kind auch ein Lied singen!!! Erst die 3. war die richtige. Und die erste Schulleitung hatte aufgrund vieler schlechter Erfahrungen mehrerer Eltern ein Verfahren am Hals und ist inzwischen in "Frühpension" (sehr gut!). Jetzt das Gymnasium ist okay, von den üblichen "Kindereien" mal abgesehen, wenn ein Haufen pubertierender Kinder (meiner wird 14) unter sich ist.

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    1. Ist ja verrückt: Mein Ältester ist auch hb und auch 14 Jahre alt und geht in Heidelberg aufs Kurfürst-Friedrich-Gymnasium. Die haben als einzige Schule in Ba-Wü einen Hochbegabten-Zug und erst da ist er so richtig angekommen in der Schule. Die Grundschule war auch schon sehr schwierig und das Gymnasium hier in Sinsheim ist erstens grottenschlecht und konnte zweitens mit ihm auch überhaupt nicht umgehen...
      Aber es macht mir Hoffnung, dass Du sagst, dass Du für Deinen Sohn dann doch noch eine Grundschule gefunden hast... Ich habe ja das Schulamt und dort die HB-Beauftragte einschalten müssen, weil die hier so was von unkooperativ waren, dass mir graue Haare gewachsen sind... Liebe Grüße und danke Dir für Deinen ermutigenden Bericht!

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  5. So schöne Fotos....und sehr inspirierend.
    Das Huhn gefällt mir besser als im Buch, so ein Schenkel würde mir schmecken;)
    Liebe Grüße

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    1. Liebe Sybille! Ich freue mich sehr, DICH inspirieren zu können! Ich bin inzwischen ja ein absoluter Ottolenghi-Fan geworden und werde sicher noch vieles nachkochen... ;)

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  6. Alles Gute für deinen Jakob bei der Liebe in euerer Familie wird er bald wieder munter sein.

    Liebe Grüsse

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    1. Danke, liebe Marlies!!! Ich hoffe es sehr... Herzliche Grüße!!!

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  7. Erstens viel Glück und die besten Wünsche, dass es Eurem Jakob bald wieder gut geht. Zweitens macht mich Dein Bericht ebenfalls sehr an, das (den?) Rheingau mal zu besuchen und drittens: Wir sind auch zurück aus den Ferien :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Danke, lieber Andy! Der Rheingau ist wirklich wunderschön und sobald ich Zeit finde, werde ich noch mehr zeigen von diesem üppigen Stück Land... Ihr habt euch sicher auch gut erholt! Herzliche Grüße!

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  8. @Robert: Vermutlich ist es beides... Die Kinder waren wirklich teilweise sehr fies zu ihm, aber die Lehrerin hatte auch überhaupt keine Lust, sich auch nur annähernd damit auseinander zu setzen, dass sie es hier mit einem etwas anders tickenden Kind zu tun hat. Trotz der Begabungsförderung, die in Baden-Württemberg deutlich auf den Fahnen der Bildungspolitik steht, ist in diesem Fall nichts oder gar nur Falsches passiert. Das hat wirklich existenziell bedrohliche Formen angenommen und wir wissen nicht, wann wir unser Kind wieder aus der Klinik herausholen können... :(

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