Shakshuka - Kraft für meinen Sohn: Yushka kocht Yotam VIII


Der Sommer ist da. Lieblicher Sonnenschein, Schmetterlinge über den Rosen und unser neu angelegtes Gärtchen erfreut die Kinder mit ersten Früchten. Es ist Badezeit, Zeit fürs Lesen auf der Terrasse, Eis Schlecken und barfüßig durchs taufrische, kühle Gras Laufen, um dem Häschen frisches Grün zu rupfen...
Aber mein Sohn ist nicht mehr hier, um all' das mit uns zu genießen, und mein Herz ist traurig so wie seins. Er hat eine schwere Depression und ist deswegen im Krankenhaus.
Wir dürfen ihn ab und zu besuchen und alle zwei Wochen darf er nach Hause.
So ist das in unserem Sommer 2013.
Wenn ich unglücklich bin, koche ich  nicht gut. Wenn ich traurig bin, backe ich nicht mehr. Aber ich gebe mir einen Ruck, jeden Tag:
Wir schaffen das! Wir helfen ihm!
Und so soll heute die ottolenghische Sonne für ihn scheinen und ihm Kraft schicken! Shakshuka - Paprika und Ei. Buntes, fröhliches Gemüse und gestockte Eier - kleine Sonnen voller Leben und Kraft...

Alle Zutaten bereit?
Gewürze: Thymian, Safran, Lorbeer, Kreuzkümmel
Zwiebeln in viel Öl...
Bunte Paprika und Kräuter fröhlich hinzu!
Rühren!
Lasst die kleinen Eiersonnen scheinen!
Fertig!
Koriander und Petersil obendrauf!
Für Dich, Jakob!
Shakshuka

Shakshuka - nordafrikanische Spezialität
(Quelle: Genussvoll vegetarisch von Yotam Ottolenghi)

Zutaten (für vier Personen):
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
180 ml mildes Olivenöl oder anderes Pflanzenöl
2 große Zwiebeln, in Ringen
2 rote und 2 gelbe Paprikaschoten, in 2 cm breite Streifen geschnitten
4 TL Roh-Rohrzucker
2 Lorbeerblätter
6 Zweige Thymian, Blättchen gezupft und gehackt
2 EL gehackte Petersilie
2 EL gehacktes Koriandergrün plus etwas mehr zum Garnieren
6 reife Tomaten, grob gehackt
1/2 TL Safranfäden
1 Prise Cayennepfeffer
Salz und schwarzer Pfeffer
8 Eier (Bio-Eier!)

Zubereitung:
Die Kreuzkümmelsamen in einer Pfanne bei hoher Temperatur ohne Fettzugabe 2 Minuten rösten.
Öl und Zwiebeln zugeben und 5 Minuten anbraten.
Paprikastreifen, Zucker und Kräuter hinzufügen und weitere 5 bis 10 Minuten bei hoher Temperatur braten, bis das Gemüse etwas Farbe angenommen hat.
Die Tomaten, den Safran, den Cayennepfeffer und Salz und Pfeffer hinzugeben. Bei niedriger Temperatur nun 15 Minuten garen.
Ottolenghi empfiehlt dabei: Während des Garvorgangs immer wieder etwas Wasser zugießen (insgesamt bis zu 250 ml), so dass die Mischung die Konsistenz einer Tomatensauce annimmt. Hab ich nicht gemacht, weil das Ganze bei mir sowieso genug Flüssigkeit hatte - vielleicht liegt es an den Paprika, dass das so unterschiedlich zu sein scheint?!
Die Mischung probieren und nach Belieben etwas nachwürzen. Sie soll würzig und aromatisch schmecken und lässt sich auch gut im Voraus zubereiten.
Jetzt werden die Lorbeerblätter entfernt und wer hat, der verteilt die Mischung nun in vier Portionspfännchen (habe ich nicht, also hab ich die Eier einfach in der großen Pfanne stocken lassen...).
Diese werden nun bei mittlerer Temperatur erwärmt und in jedes Pfännchen werden zwei Eier aufgeschlagen, indem man die Mischung etwas auseinander schiebt und ein kleines Nest fürs Ei formt.
Die Eier mit etwas Salz bestreuen und die Deckel der Pfannen auflegen. Bei sehr niedriger Temperatur nun 10 bis 12 Minuten garen, bis die Eier so gerade eben gestockt sind. Mit Koriander und/oder Petersilie garniert servieren. Dazu gehört unbedingt ein frisch gebackenes, knuspriges Weißbrot...
Kraft tanken!!! Sonne!!! Leben!!!

Jakob genießt den Rhabarber-Baiser-Kuchen...
Wir alle lieben und vermissen Dich! Und schicken Dir unsere ganze Liebe und Kraft, damit Du wieder gesund wirst!!!

Jakob, Papa Wolf, Jonathan und Dorothea freuen sich aufs Baden...

16 Süßigkeiten:

  1. Oh herrje. Noch so jung Dein Jakob und dann so etwas. Ich schicke Euch allen ganz viel Kraft - und eine Extraportion Sonnenschein für Jakob!

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    1. Ja, es ist wirklich schlimm... Aber er ist in guten Händen und als wir ihn heute besucht haben, ging es ihm die meiste Zeit auch halbwegs gut. Danke für Deine stärkenden Worte!

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  2. Ich wünsche deinem Jakob auch alles Liebe und Gute, euch ganz viel Kraft und vor allem Zuversicht- auch von mir eine Extraportion Sonnenschein,
    ganz liebe Grüße von helli

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    1. Danke, liebe Helli! Der Sonnenschein ist heute schon bei ihm angekommen und er hat ganz viele dunkelrote Kirschen aus unserem Garten auf meinem Schoß essen können... Irgendwer hätte ein Foto von mir machen sollen, wie ich mit Stuhl und Besen bewaffnet unterm Kirschbaum hantiert hab, um da noch die letzten, wunderbar dunkelroten Kirschen für ihn runter zu angeln... ;)

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  3. Liebe Yushka,
    das ist ja schlimm mit dem kleinen Jakob! Mein Mann leidet auch unter Depressionen und das ist oft sehr schwer - aber bei einem Kind ist das bestimmt alles noch viel schlimmer. Gute Besserung wünsche ich für Euren kleinen Engel. Kann verstehen, dass man da nicht immer auf alles Lust hat! Aber bei so einem leckeren Essen möchte er sicher ganz schnell wieder gesund nach Hause kommen! Liebe Grüße und viel Kraft und Sonne wünscht Annett

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    1. Liebe Annett,
      das tut mir leid für Dich und Deinen Mann - das ist sicher nicht leicht. Bei einem Kind schockiert es so, weil man meint,, es könne doch noch gar nicht über den Tod nachdenken. Und man fühlt sich so hilflos, was man dem Kind sagen soll. Etwa: Ich verbiete Dir, so zu denken? Nein. Oder: Wie kann das denn sein? Du bist doch noch so klein? Auch nicht. Alles, was einem da so einfällt, scheint falsch und unnütz. Ich habe versucht, mit Jakob offen über seine Todesvorstellungen zu sprechen. Er ist nicht mehr davon abgewichen und ich habe kapituliert. In der Klinik bekommt er nun Therapie und er geht sogar wieder zur Schule. Ich hoffe und bete, dass er eines Tages wieder Freude am Leben finden kann und dass seine Wunden ausheilen werden.
      Danke Dir für Deine lieben Worte und herzliche Grüße,
      Yushka

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  4. Um Himmels Willen - Dein Süsser ist mit 7 Jahren wegen Depressionen in der Klinik? Das ist ja ganz furchtbar. Ein Kind so leiden zu sehen, ist grauenhaft. Oh, ich denk an euch und wünsche euch viel Kraft. Und dem Süssen wünsche ich, dass für ihn auch bald wieder die Sonne scheint!

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  5. Ja, liebe Henne, das ist leider so. Es ist wirklich schwer und ich muss mich gut zusammenreißen, damit ich nicht losheule, wenn ich ihn besuche... Aber es ist eine sehr gute Klinik mit sehr netten Therapeuten und Erziehern und ich denke ganz bestimmt, dass sie ihm dort helfen werden. Danke Dir sehr für Deine Unterstützung!

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  6. Liebe yushka.Mir hats gerade das herz zusammengezogen.Hab noch nie gehört das dass auch kinder bekommen können.könnte weinen.fühlt euch ganz feste umarmt und gedrückt:* GLG sandy

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    1. Liebe Sandy! Bei Kindern ist das auch eher selten - zumindest bei so kleinen. Bei Jugendlichen steigt dann die Zahl der Depressiven massiv an... Mein Jakob ist ein hoch sensitives und gerechtigkeitsliebendes Kind und er hat in seinem kleinen Leben leider schon viel Mieses erleben müssen. As der leibliche Vater sich von mir getrennt hat, hat er die Kinder drei Jahre lang einfach nicht mehr geholt. Es war für Jakob, als wäre der geliebte Vater tot. Ich glaube, dass das einer der Gründe für seine große Traurigkeit ist. Aber auch die Schule war schlimm für ihn. Aber er ist in einer sehr guten Klinik und ich vertraue darauf, dass es ihm besser gehen wird. Das kann allerdings dauern. Danke Dir für Deine liebe Umarmung und herzliche Grüße an Dich!

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  7. Liebe Yushka,
    ich wünsche Jakob, Dir und der ganzen Familie alles, alles Gute und drücke Euch die Daumen.
    Mögest Du bald Grund haben, wieder gut zu kochen (bzw. nicht mehr unglücklich zu sein).
    Liebe Grüsse und gute Besserung aus Zürich,
    Andy

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  8. Danke Dir, lieber Andy! Ich koche wirklich momentan nur Pasta mit schnellen Saucen oder mache einen Salat... Das Backen ist fast ganz eingeschlafen. Bis auf die Franzbrötchen, die ich für Jakobs Heimurlaub nach Camis Rezept gebacken hatte... Die immerhin waren köstlich und die ganze Familie hat geschlemmt... Herzliche Grüße aus dem Kraichgau nach Zürich!

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  9. Liebe Yushka! Kennst du das Buch "Eden" von Yael Hedaya? Da leidet eine der Protagonistinnen unter Depressionen und ihr Mann macht ihr Shakshuka. Dieses Gericht war mir bis dahin völlig unbekannt; aber es war so eindrücklich, so lecker und so heilend beschrieben, dass ich es ausfindig gemacht und nachgekocht habe. So bin ich überhaupt auf Yotam Ottolenghi gestoßen; ich habe mich so gefreut, als du angefangen hast, von ihm zu kochen. Und jetzt lese ich von deinem kleinen Jakob! Das tut mir unendlich Leid, dass er in seinem zarten Alter schon so leiden muss! Ich wünsche euch von Herzen viel Kraft, Geduld und Zuversicht! Ihr als Familie kommt hier so stark rüber - ich bin sicher, ihr schafft das! Ich schicke euch ganz herzliche Grüße aus Karlsruhe,
    Nadja

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    1. Liebe Nadja, das ist ja ein großer Zufall, denn ich kenne das Buch nicht. Wie schön, dass Du über dieses Buch auf Ottolenghi gestoßen bist - eine tolle Geschichte. Und verrückt, dass die Autorin Shakshuka offenbar genauso sieht wie ich! Ich danke Dir sehr für Deine lieben Worte - eben ist Jakob kurz hier gewesen (Besuchszeit von 14:00 bis 18:00 Uhr) und hat gebadet und Brownies gegessen, die ich extra für ihn gebacken hatte... Es ist sehr schwer und tut weh, ihn immer wieder in die Klinik zu geben. Er ist jetzt schon zwei Wochen dort und es wird noch dauern... Aber es ist richtig und wir werden es schaffen... Herzliche Grüße zurück, Yushka

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  10. Liebe Yushka,
    das tut mir sehr leid mit deinem Jakob. Ich weiß wie schlimm Depressionen sind.

    Zum Essen brauch ich gar nichts sagen....wunderbar....wie immer!! :)

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    1. Danke, liebe Sybille - Dein Lob bedeutet mir sehr viel... Ich sage mir immer wieder, dass Jakob jetzt in guten Händen ist. Es kann nur besser werden an diesem Punkt. Es gibt aber leider immer wieder schädliche Einflüsse von außen, die wir nicht im Griff haben...

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Was ist los bei Euch? Lest Ihr noch? Oder seid Ihr schon in der Küche?

 

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