Maronitorte mit Maronen-Sahne-Creme und Johannisbeerkonfitüre

Mittwoch, Februar 05, 2014


Wolfgang, ich und die Kinder lieben es, im herbstlichen Wald zu pirschen und auf Maronijagd zu gehen. Haben wir sie dann gefunden, wird gesammelt, bis die Körbchen übervoll sind. Immerzu ruft einer von uns: Hier, hier! Hier sind ganz riesige Maronen! Und jedes Mal vergessen wir Handschuhe mitzunehmen. Alle haben hinterher wunde Finger, aber das ist uns egal, denn das, was zählt, ist der Schatz.
Kiloweise Maronen. Gesammelt in Heidelberg im Wald des Max-Planck-Instituts. Bei der uralten Stelle. Bei den uralten Bäumen, die schon seit der Römerzeit dort wachsen und herrliche Früchte tragen.
Der Schatz - gehütet und mühevoll in stundenlanger Arbeit nutzbar gemacht. Maroni in Vanillesirup.
Im letzten Herbst waren die Maronen allerdings kleiner als sonst und fürs Einlegen nicht geeignet. Wolf hat sie für uns gegrillt - ein lustiger Anblick, wie alle mit kleinen Schüsselchen da sitzen und Maroni schälen, um sie dann mit Begeisterung aufzuessen.


Für diese einzigartige und sehr festliche Torte aber habe ich ein Glas meiner kostbaren eingelegten Maronen geöffnet. Meine Mutter hatte mir vor einiger Zeit Maronimehl aus Italien mitgebracht und immer wieder dachte ich darüber nach, was ich damit wohl anstellen könnte.
Aus dem langen Nachdenken, Herumsuchen, Abwägen ist schließlich dieses Rezept entstanden. Es ist meine Maronitorte. Es gibt sie nur sehr selten. Nur, wenn man Maronen gesammelt und eingelegt hat. Und wenn man irgendwie an Maronenmehl gekommen ist. Um diese herbe, herbstlich-winterliche Köstlichkeit zu backen, braucht es also ein wenig Vorlauf. Der Geschmack ist wunderbar nussig, zartbitter fast. Sahnig-süß-fruchtig die Füllung und herb vanillig durchzogen der Boden. Ich bin hin und weg von dieser Torte. Meine Kinder haben sie über die goldene Marone gelobt. Johannes hat heimlich nachts ein großes Stück gemaust. Man kriegt sie nirgends. Man muss sie selber backen.


Yushkas Maronitorte mit Maronen-Sahne-Creme und Johannisbeerkonfitüre

Zutaten: 
200 g feinster Zucker
150 ml neutrales Öl
4 Eier
300 g Maronimehl
3 EL Kakao (wer es nicht so zartbitter mag, kann noch etwas Zucker zusätzlich hinzufügen)
1/2 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
2-3 säuerliche Äpfel, geschält, geviertelt und geraspelt

Für die Füllung:
500 ml Sahne
100 g Zucker
200 g Maronipüree (vorzugsweise hausgemacht)
Vanillesirup zum Tränken der Böden (bei mir der Sirup von den eingelegten Maroni)
2 Packerl Sahnesteif
Johannisbeerkonfitüre

etwas Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung: 
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine 26er Springform fetten und ausmehlen.
Die Äpfel raspeln (TM 10-15 Sekunden/ Stufe 4).
Den Zucker mit dem Öl und den Eiern schaumig schlagen (TM 3 Minuten/Stufe 4).
Das Mehl, den Kakao, das Backpulver und die Prise Salz hinzugeben und kurz unterrühren (TM 30 Sekunden/ Stufe 4).
Die geraspelten Äpfel unterheben und den Teig in die Springform füllen. Glatt streichen. Sollte der Teig zu fest sein, kann man auch noch einen dritten Apfel unterheben.
Den Kuchen auf der mittleren Schiene etwa 40 bis 45 Minuten backen.
Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.


Für die Füllung habe ich eins meiner Gläser in Vanillesirup eingelegter Maronen geöffnet und die Maronen einige Sekunden im Thermomix mit etwas von dem Sirup püriert, bis eine geschmeidige Creme entstanden ist.
Die Sahne mit dem Zucker und dem Sahnesteif sehr steif schlagen und das Maronipüree unterheben.

Den ausgekühlten Kuchen einmal quer durchschneiden. Die Böden mit dem restlichen Vanillesirup tränken. Mit etwas Johannisbeerkonfitüre bestreichen. Die Torte mit der Maronen-Sahne-Creme füllen. Einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Vor dem Servieren Zimmertemperatur annehmen lassen.

Zu einem festlichen Anlass mit einem guten Kaffee oder Tee servieren.

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4 Süßigkeiten

  1. Ich habe die Maronen tatsächlich erst letztes Jahr für mich entdeckt - und mir auch das herrliche Mehl aus Südtirol mitgebracht. Dem Selbermachen steht nichts im Weg! :-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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    Antworten
    1. Liebe Eva, sie wird Dir bestimmt sehr gut gefallen! Bitte schreib mir doch - auch Kritisches - wenn Du sie probiert hast! (Ich bin so stolz drauf.) LG, Yushka

      Löschen
  2. Sieht köstlich aus.
    Wo gibt es denn Maronimehl??
    Liebe Grüsse,
    Anja

    AntwortenLöschen
  3. Anja, schau mal bei mir in den Shop - da habe ich Dir ein gutes Mehl verlinkt. Ich hatte meins aus Italien - meine Mutter hatte es mir mitgebracht...

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