Gastbeitrag: Ungarisches Kürbisgulasch von "Paprika meets Kardamom"


Der Herbst hat uns ja nun fest im Griff. Zwar ist es zum Glück bisher ein sehr gnädiger und goldener mit viel Sonnenschein, aber es ist doch deutlich früher dunkel und überall lachen uns Kürbisse an. Natürlich auch hier auf Yushkas Blog mit den wunderbaren Butternut-Kartoffelpuffern oder den Kürbis-Brownies (die MUSS ich nachbacken!). Da möchte ich gerne noch ein herzhaftes, ungarisches Rezept beisteuern. 

Mein Name ist übrigens Anikó (ja, mit „o“ und trotzdem ein Frauenname *g*) und ich blogge seit guten sechs Jahren bei „Paprika meets Kardamom“ so vor mich hin. Hauptsächlich natürlich Rezepte von vielem, was ich so koche und backe. Aber auch ein paar Eindrücke von meinen Reisen, sowohl privat als auch beruflich. Denn eigentlich bin ich studierte Botanikerin, die sich gerne Blümchen am Straßenrand oder an der Elbe anguckt. 

Wie komme ich ausgerechnet dazu ein ungarisches Rezept beizusteuern, wo die ungarische Küche jetzt nicht soo verbreitet ist wie die italienische oder französische? Das kommt durch meinen ungarischen Herrn Papa, wodurch ich noch einen ganzen Haufen großartiger Verwandtschaft dort habe, die ich abgöttisch liebe und regelmäßig besuche. Auch über diese Besuche führte ich unter der Überschrift „Nicht ungern in Ungarn“ Tagebuch *g* 

Ungarisches Gulasch ist eines der einfachsten Gerichte zu kochen, die ich kenne. Man braucht nicht viele Zutaten und es ist auch in der allereinfachsten Variante hochköstlich. Man kann es aus Schweinefleisch, Rindfleisch, Hähnchen, Leber oder auch Gemüse wie Pilzen, Kartoffeln und Kürbis kochen, wichtig ist dabei nur, dass eine ordentliche Menge an Zwiebeln ganz langsam und lange angeschmurgelt werden, damit sie schön weich und sämig werden, denn sie geben der Sauce eine schöne Bindung. 

Und zweitens ist das Paprikapulver wichtig. Liebe Leser vom Sugarprincess-Blog, nehmt nicht dieses seltsam billige orangefarbene Pulver, das man im Supermarkt kriegt, versucht echtes ungarisches Paprikapulver z.B. auch Kalocsa oder Szeged käuflich zu erwerben. Es ist ein riesiger Geschmacksunterschied! Das Paprikapulver gibt man dann zu den Zwiebeln und lässt es kurz mit andünsten, bis es duftet. Das dauert nur wenige Sekunden, dann gibt man die andere Hauptzutat mit rein. Das Problem mit dem Paprikapulver ist, dass es schnell verbrennt und dann bitter schmeckt. Möchte man nicht. Wirklich. Aber wenn ihr Euch an meine kleinen Tipps und Anweisungen im Rezept haltet, sollte das nicht passieren. 

Heraus kommt ein Gulasch, das wirklich echt nach Gulasch schmeckt, auch wenn kein Stück Fleisch darin ist. Außerdem dauert es nicht annähernd so lange zu schmoren wie mit Fleisch, also auch gut für gestresste Mütter oder Arbeitnehmer geeignet. Ein wirklich wunderbares Essen!


Ungarisches Kürbisgulasch

Zutaten für zwei Personen:
½ großer Patisson/ mittelgroßer Butternut
1 mittelgroße Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Spitzpaprika
1 Schluck neutrales Öl
½ TL Paprikapulver rosenscharf
3 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
ca. 200 ml Wasser
1 Lorbeerblatt
1 TL Majoran, getrocknet
Etwas saure Sahne zum Servieren

Zubereitung: 
(1) Aus dem Patisson die Kerne entfernen, großzügig schälen und in grobe Würfel schneiden. Die Paprikaschote entkernen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln.
(2) In einem Topf das Öl und die Zwiebelwürfel geben. Diese etwas salzen. Mittelhohe Hitze anstellen und ab dem Zeitpunkt, wo die Zwiebelwürfel anfangen zu braten, etwa 15-20 Minuten ganz langsam süß und weich werden lassen. Sie sollten möglichst keine Farbe annehmen. Die Knoblauchwürfel hinzufügen und so lange mit dünsten bis sie duften.
(3) Den Topf vom Herd nehmen und die beiden Paprikapulversorten einstreuen. Kurz verrühren bis es duftet und die Spitzpaprikastreifen und Kürbisstücke hinzufügen. Zurück auf den Herd. Das Tomatenmark unterrühren, salzen, pfeffern. Das Lorbeerblatt und Majoran unterrühren. Kurz andünsten lassen. Das Wasser zufügen, Deckel drauf und etwa 30 Minuten bei niedriger bis mittelhoher Hitze schmoren lassen. Der Kürbis ist gar, wenn er glasig aussieht.
(4) Einen kleinen Teil des Gemüses abnehmen und mit dem Stabmixer pürieren, dann zurück in den Topf geben. So kann die Sauce ganz ohne Mehl etwas gebunden werden.
Mit etwas saurer Sahne zusammen servieren.
Genießen!

Zu so einem Gulasch passen sowohl Salzkartoffeln als auch Nudeln, in Ungarn werden gerne Tárhonya dazu gegessen, kleine Nüdelchens mit einer besonderen Form. Zusätzlich macht sich säuerlicher Salat wie Gurkensalat oder Weißkohlsalat sehr gut dazu. 


Liebe Yushka, vielen herzlichen Dank für die Möglichkeit hier bei Dir zu bloggen und mal ein etwas anderes ungarisches Rezept vorzustellen. Ich hoffe, Euch würde das Kürbisgulasch schmecken, auch wenn Du die Menge für Dich und Deine Liebe natürlich um einiges erhöhen müsstest! Es war mir eine Ehre!

***

Liebe Anikó, vielen herzlichen Dank für dieses etwas andere ungarische Gulasch, das ich heute gleich ausserplanmässig ausprobieren werde - ich hab noch Kürbis, ich hab noch Paprika und ich hab noch Kartoffeln (zum Strecken - damit dann auch alle hier satt werden...). Ich bin sehr gespannt, wie es schmecken wird und freu mich schon richtig drauf!

Liebe Leserinnen und Leser, 
bei Anikó gibt es sehr viele interessante Rezepte - da hat sich in den sechs Jahren Bloggen schon eine gewaltige Menge toller Ideen angesammelt. Es lohnt sich also, sich gemütlich aufs Sofa zu verziehen und Paprika und Kardamom so richtig genüsslich, vielleicht mit einer Tasse Kaffee oder Tee, zu durchstöbern.
Ihre ungarischen Rezepte sind eine ganz eigene Blogreise wert - nehmt euch unbedingt die Zeit, um sie mal zu durchstöbern. Da gibt es so tolle Rezepte wie ungarische Quarknudeln, kalte Sauerkirschsuppe oder auch den Klassiker der ungarischen Küche: Letscho

Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Entdecken dieses tollen Blogs und den Mut, auch mal ein ungarisches Rezept auszuprobieren!

Ein schönes Wochenende euch allen, 
Eure Yushka

5 Süßigkeiten:

  1. Liebe Yushka, danke noch für die lieben Worte am Ende! Ich hoffe, das Gulasch ist gelungen und hat Euch geschmeckt :-)

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    1. Liebe Anikó, es war total lecker - ich hab die Kartoffeln einfach mit reingegeben zum Strecken und es war gut scharf. ;) Die Kinder haben es total gerne gegessen und auch mein Ritter und ich haben uns am Abend nochmal ein Schüsselchen gegönnt... ;)

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  2. Hallo,
    ich habe das Gericht am Freitagabend nachgekocht und es war wirklich sehr, sehr lecker!!! Allerdings habe ich den Kürbis für meinen Geschmack leider zu lange gekocht, da mich meine Kinder auch in der entscheidenden Zeit abgelenkt haben. Als Kürbissorte habe ich Hokkaido gewählt, da ich noch angeschnittenen zuhause hatte. Für meine dreijährige Tochter war es leider etwas zu scharf und für meinen (ungarischen) Mann nicht scharf genug ^^. Da ich das Gericht in der jetzigen Kürbissaision auf jeden Fall wiederholen möchte, werde ich wohl das nächste Mal das scharfe Paprikapulver ganz weglassen und dann kann jeder im Nachhinein nach Geschmack schärfen. Dazu gab es übrigens ganz banal Nudeln.
    Danke für das schöne Rezept :)

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    1. Nachschärfen am Tisch ist sicher eine gute Idee.

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  3. Dieses Gericht haben wir nun schon öfter gekocht, immer direkt mit Kartoffeln drin, und es schmeckt uns ganz großartig! Ein einfaches, sehr leckeres Rezept! Danke, Anikó!
    Scharfe Paprika lasse ich der Kinder wegen auch weg, mein Mann folgt seinen ungarischen Wurzeln und schärft dann noch mit Chili-Paste nach... So sind alle glücklich :-)
    Schöne Grüße, Sina

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