Pekannuss-Torte mit Ricotta-Creme und Orangenkaramell



Von unserem Balkon aus leuchten die Felder des Kraichgaus in den Farben der Jahreszeiten - sommerlich in satten Grün- und Brauntönen, winterlich ganz in Weiß und Grau, herbstlich braun mit bunten Tupfen und frühlingshaft in glühendem Gelb. Dieses sonnige Gelb, das in diesem Jahr schon im April aufzuleuchten begann, ist die strahlende Farbe der Rapsblüte.
Allerdings wechseln die Felder - mal darf sich dieses in schönstem Gelb kleiden, mal jenes. Das wird an der Fruchtfolge liegen, die für Raps eingehalten werden muss - in Monokultur gedeiht Raps nicht. Wenn also im vergangenen Jahr das gelbe Feuer im Westen zu sehen war, so wird es in diesem Jahr vielleicht im Osten oder mittendrin auflodern.
Und wo immer dieses Feuer aufflammt und in der Folge wieder verlischt, entsteht wie der Phoenix aus der Asche die Rapssaat, aus der goldgelbes Öl gepresst wird. Öl, das ich seit langem schon immer wieder einmal zum Braten, aber manches Mal auch zum Backen benutze. Schon lange hörte ich - vermutlich mütterlich kolportiert - dass Rapsöl wegen seines hohen Anteils an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sehr gesund sei. Rapsöl lässt sich ohne Verluste hoch erhitzen, ist also optimal zum Braten oder auch ein sehr guter Ersatz für Butter in einem Kuchenteig.
Ob das goldgelbe Rapsöl, das ich in meinem örtlichen Dorfmarkt bekomme, genau von diesen Feldern vor unserer Haustür stammt, weiß ich nicht. Aber die Farbe erinnert mich an den Frühling und die ersten warmen, fast heißen Tage und so habe ich für die Rapsölution, Peggys Blog-Event zum Thema Rapsöl eine Torte erdacht, die der goldenen Flamme des blühenden Rapses würdig sein soll - sowohl äußerlich wie innerlich.


Es ist eine Torte, die die Jahreszeiten miteinander verbindet - Rapsöl verbindet sich mit Hokkaido und Apfel, Apfel eint sich mit Orangen und Pekannüssen, die übrigens mit den Walnüssen verwandt, jedoch viel milder und feiner im Geschmack sind. Gefüllt mit einer sündhaften Ricotta-Buttercreme und beträufelt mit feinstem, mit Orangenlikör aromatisierten Orangenkaramell, soll sie beweisen, wie fantastisch eine Torte schmecken kann, die mit flüssigem Gold gebacken wurde. 
Ich verwende für diese Torte neutrales Rapsöl, das den Kuchen sehr flaumig, saftig und locker werden lässt. 
Wer keine Pekannüsse bekommen kann oder sie aus anderen Gründen nicht verwenden mag, kann selbstverständlich auch Walnüsse oder aber auch Haselnüsse statt dessen verwenden.


Pekannuss-Torte mit Ricotta-Creme und Orangenkaramell 

Zutaten: 
Für den Teig:
4 Eier
200 g Rapsöl, neutrales
160 g Zucker
1 Apfel, geviertelt
ca. 130 g Hokkaido-Fruchfleisch, grob gewürfelt
100 g Pekannüsse (alternativ Wal- oder Haselnüsse) - ich hatte eine 200g-Packung Pekannüsse mit Schale - einige davon fürs Dekor zurückbehalten
100 g Zartbitterschokolade in Stücken
Schalenabrieb einer halben Bio-Orange
200 g Mehl
1 Päckchen Weinstein-Backpulver

Für das Orangenkaramell:
100 g Puderzucker
400 ml Orangensaft (frisch gepresst aus etwa vier Saftorangen)
4 cl Orangenlikör (z.B. Grand Marnier oder Cointreau)

Für die Ricotta-Creme (ich hatte die Hälfte der Zutaten, was sich als etwas zu wenig herausstellte, also habe ich die Angaben verdoppelt. Wer es gerne opulent mag, möge sich daran halten, wer nicht, darf die Angaben gern auch wieder halbieren):
200 g weiche Butter
200 g Mascobado-Vollrohrzucker
120 ml Orangenkaramell (von dem zuvor hergestellten abnehmen - der Rest dient zum Tränken der Böden und zum Beträufeln der Torte)
500 g Ricotta
abgeriebene Schale einer halben Bio-Orange
optional: Orangenwürfel (aus Filets einer Orange geschnitten)

Fürs Dekor:
drei bis vier Nüsse, möglichst unversehrt aus der Schale gerettet oder aber grob zerkleinert
12 Orangenviertel von einer Bio-Orange


Zubereitung:
Ich bereite zunächst eine 26er Springform vor, indem ich sie mit etwas Butter ausfette und ganz leicht bemehle. Dann heize ich den Ofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vor.

Für den Teig gebe ich alle Zutaten außer Mehl und Backpulver in den Thermomix und zerkleinere sie eine Minute auf Stufe 6. 
Wer ohne Thermomix arbeitet, sollte zunächst den Apfel, das Kürbisfleisch und die Schokolade fein hacken und dann alle übrigen Zutaten außer Mehl und Backpulver hinzugeben und alles miteinander zu einer homogenen Masse verrühren.
Ich ziehe anschließend das Mehl und das Backpulver nur sehr kurz (10 Sekunden auf Stufe 4) unter.
Ohne Thermomix sollte das Unterziehen des Mehl-Backpulver-Gemischs ebenfalls zügig geschehen. 
Es entsteht eine geschmeidiger, stark duftender Teig, den ich dann in die vorbereitete Springform gieße und im vorgeheizten Ofen etwa 50 bis 60 Minuten backe, bis die Garprobe zufriedenstellend ausfällt. 
Ich lasse den Kuchen zunächst zehn Minuten in der Form abkühlen, dann öffne ich die Springform und lasse ihn auf einem Kuchengitter weiter vollständig auskühlen.

In der Zwischenzeit kann ich das Orangenkaramell und die Ricotta-Creme vorbereiten.
Für das Orangenkaramell lasse ich den Puderzucker in einem Topf schmelzen, bis ein hellgelbes Karamell entstanden ist. Ich lösche es unter Rühren und weiterhin auf der Platte stehend mit dem frisch gepressten Orangensaft ab (Vorsicht, das kann spritzen!) und lasse es nun weiter auf mittlerer Hitze etwa zehn bis zwanzig Minuten einkochen, bis ein dicklicher Sirup entstanden ist. Ich ziehe das Karamell vom Feuer und lasse es etwas abkühlen. 
Jetzt kann ich den Orangenlikör unterrühren - das gibt dem Orangenkaramell den besonderen Kick.

Für die Ricotta-Creme rühre ich die weiche Butter mit dem Mascobado-Zucker im Thermomix weißcremig, ziehe dann 120 ml von dem Orangenkaramell unter, reibe die Orangenschale darüber und rühre schließlich den Ricotta unter, bis eine geschmeidige Creme entstanden ist. Der Zucker sollte im ersten Schritt solange gerührt werden, bis er sich vollständig aufgelöst hat.
Wer mag, kann jetzt noch die gewürfelten und abgetropften Orangenfilets unterrühren.
Sollte die Creme an diesem Punkt noch zu flüssig sein, stelle ich sie eine halbe Stunde in den Kühlschrank, bis sie soweit angezogen hat, dass ich die Torte damit füllen kann. 

Inzwischen schneide ich den Kuchen zwei Mal horizontal durch, so dass drei dünne Böden entstehen.
Diese werden nun jeweils mit etwas Orangenkaramell getränkt - sollte das Karamell inzwischen zu dick geworden sein, kann man einfach noch etwas Likör zum Verdünnen hinzugeben.

Ich setze den untersten Boden auf eine Tortenplatte und bestreiche ihn mit etwa einem Drittel der Ricotta-Orangen-Creme. Ich setze den zweiten Boden auf und bestreiche ihn ebenfalls mit Creme. Nun kommt der dritte Boden als Deckel obenauf und wird mit der restlichen Creme schwungvoll bestrichen, so dass kleine Berge und Täler auf der Oberfläche entstehen. 

Für die Dekoration schneide ich nun eine Orange in Ringe und dann in Viertel und dekoriere sie rundherum. Einige Nüsse, die übrig geblieben sind, verteile ich oben auf der Torte. Schließlich beträufle ich sie üppig mit dem restlichen goldenen Orangenkaramellsirup... Die Torte darf ruhig etwas fließen - das macht sie erst richtig attraktiv.

Ich serviere die Pekannuss-Torte raumtemperiert und mit einer guten Tasse Kaffe oder Tee. Unbedingt dazu muss auch ein Glas kalten klaren Wassers.

Sollte etwas übrig bleiben, hält sich die Torte im Kühlschrank problemlos mehrere Tage. Sie zieht durch und wird immer besser. Vor dem Servieren sollte sie jedoch unbedingt wieder Raumtemperatur angenommen haben.


Meine Kinder haben diese Torte alle gleichermassen in den höchsten Tönen gelobt. Das kommt selten vor - ist also als ein Gütesiegel zu betrachten. 
Ich wünsche euch gutes Gelingen und eine köstliche Kaffeetafel.


Dieses Posting ist mein Beitrag zu 


15 Süßigkeiten:

  1. Lechz! ... hat's vielleicht noch ein Stückchen übrig? Ein gut Durchgezogenes?
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Ein winziges Mini-Stückerl ist tatsächlich noch da - allerdings ist es für Wolf reserviert. ;)
      Da hilft nur selber backen!
      Liebe Grüße,
      Yushka

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  2. Liebe Yushka,

    das Törtchen sieht wunderbar aus, würde mir jetzt ganz gut zum Nachmittagstee passen :)
    Zum Rapsöl weiß ich durch meine Arbeit folgendes, das mit Omega 3 versetzte Öl ist kaltgepresst und lässt sich deswegen leider nur bis maximal 100 Grad erhitzen. Nicht kaltgepresstes Rapsöl hingegen lässt sich zwar sehr hoch erhitzen, jedoch sind in ihm bestimmt keine gesunden Stoffe mehr vorhanden. Eher entstehen dabei ungesunde Trans-Fett-Säuren. Zum heißen Anbraten eignet sich gut ein Bratöl aus dem Bioladen, sowie Olivenöl und Kokosöl. Ich bin sicher kein Spezialist und möchte auch in absolut keinster Weise belehrend wirken, sondern nur das weitergeben, was ich "weiß".

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Liebe Lena, eben deshalb habe ich hier kein kaltgepresstes Rapsöl, sondern neutrales genommen, das besonders fürs Backen und Anbraten empfohlen wird. Auf der Homepage http://deutsches-rapsoel.de/ gibt es speziell dazu eine kleine Warenkunde. Zum Anbraten würde ich übrigens kein Olivenöl empfehlen, da es sich nicht hoch erhitzen lässt. Aber eins kann ich dir versichern - das Törtchen hat gerade wegen des Rapsöls eine besonders saftige und flaumige Konsistenz. ;)
      Liebe Grüße,
      Yushka

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    2. HUHU liebe Yushka,

      okay, das glaube ich dir natürlich gern. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Rapsöl einen tollen Geschmack abgibt. Im Salat mag ich es ja auch total gerne. Neutrales hab ich noch nie benutzt, da schreckt mich ab, dass es immer raffiniert ist.
      Zu Olivenöl kann ich nur sagen, dass man es meines Wissens nach sehr hoch erhitzen kann, denn es hat mit den hächsten Rauchpunkt von allen Ölen. Sicher gibt es ganz besonders native Olivenöl, die nur für Salat sind, aber so ist Olivenöl mein absoluter Favorit fürs anbraten. Sogar die DGE empfiehlt es :) (Schau mal hier: http://www.oelea.de/olivenoel-zum-braten) und es schmeckt auch soo gut zu Bratkartoffeln.

      Alles Liebe, Lena

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    3. Diesen höchsten Rauchpunkt hat nur das raffinierte Olivenöl - der liegt bei 220 Grad Celsius. Native Olivenöle lassen sich bis 190 Grad Celsius erhitzen.
      Wichtig ist ja eigentlich nur, dass man für bestimmte Zwecke eher das eine oder eben das andere benutzen kann. Das raffinierte Rapsöl lässt sich natürlich auch höher erhitzen als das kaltgepresste und ist wesentlich günstiger als Olivenöl. Ich hab übrigens auch eine absolut köstliche Torte mit Olivenöl auf dem Blog... wenn wir schon mal beim Abwägen der Öle sind... ;)

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    4. Liebe Yushka,

      ich will ja schon lange mal eine Torte oder Kuchen mit Olivenöl backen, traue mich nicht so recht ran. Vielleicht sollte ich mal.
      Ich habe durch meinen Job das Glück relativ günstig bis umsonst sowohl an natives Olivenöl als auch an sogenanntes Bratöl aus Olive zu kommen, das nativ aber trotzdem hoch erhitzbar ist. Das mag ich gern.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  3. Also liebe Yushka, ich bin echt nicht so ein Tortenfan (weil zu umständlich) aber ich muss sagen das diese Torte mich absolut anmacht! Danke für die Idee und die schöne Beschreibung, mal schauen ob ich mal dazu komme! LG von Joan

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    1. Liebe Joan, das würde mich natürlich sehr freuen, wenn du dieses Törtchen tatsächlich einmal backen würdest. Es ist eine absolute Eigenkreation und daher bin ich besonders stolz drauf... ;) Und es lohnt sich - die Torte ist wirklich ein Traum.
      Viele liebe Grüße,
      Yushka

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  4. Boah, ich ziehe meinen Hut! Vielen lieben Dank für die Mühe, die du dir für den Rapsöl-Event gemacht hast. Ich fühle mich geehrt. Und bekomme Appetit … :-)

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    1. Liebe Peggy, es war mir ein Vergnügen! Ich schicke dir gerne ein virtuelles Stück!
      Liebe Grüße,
      Yushka

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  5. Liebe Yushka,
    hat Rapsöl nicht einen starken Eigengeschmack? Ich bin bei Fetten und Ölen immer kritisch. Einerseits auf der Suche nach hochwertigen Produkten andererseits passt ein Naturprodukt mit starkem Eigengeschmack nicht zu jedem Rezept und gerade bei so feinen Backwerken könnte sich das störend auswirken. Hast du mir da einen Tipp? Danke schon mal im Voraus....und die neue "Lecker" werde ich mir schnellstmöglich besorgen :-)

    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      es gibt einen Unterschied zwischen dem kaltgepressten Salat-Rapsöl, das einen schönen, nussigen Geschmack hat und dem Rapsöl fürs Backen, das neutral schmeckt (daher habe ich es in der Zutatenliste auch so angegeben). Rapsöl ist sehr gesund wegen des hervorragenden Verhältnis von ungesättigten und gesättigten Fettsäuren. Und gerade bei dieser Torte passt Rapsöl sogar sehr gut und wirkt sich überhaupt nicht störend, sondern unterstützend für den saftigen, fruchtigen Geschmack des Boden aus. Probiere diese Torte ruhig einmal aus - es haben sie schon viele Leserinnen nachgebacken und sie waren alle sehr begeistert. In Kürze kommt auch mein Video zur Torte auf Sugarprincess Youtube - dort erkläre ich die Zubereitung dann noch einmal Schritt für Schritt.
      Süße Grüße,
      Yushka

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  6. Vielen Dank für deine prompte Antwort. In diesem Fall warte ich noch sehnsüchtig das Video ab und freu mich schon!

    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid - das Video geht voraussichtlich nächste Woche online - manches braucht eben doch seine Zeit. ;)

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